Villa im St. Alban
Der Rheinhof bleibt vorerst Teil der Basler Verwaltung

Immobilien Basel-Stadt haben für die herrschaftliche Villa eine Zwichennutzung angekündigt. Nun ist klar, weshalb: Das Zivil- und Appellationsgericht braucht Ausweichfläche, bis ihre Gerichtsgebäude saniert sind.

Christian Mensch
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Nach dem Auszug des kleinsten Departements sollte die Villa eigentlich verkauft werden.

Nach dem Auszug des kleinsten Departements sollte die Villa eigentlich verkauft werden.

Nicole Nars-Zimmer

Das Basler Gesundheitsdepartement musste die grosse Villa Rheinhof im noblen St.-Alban-Quartier vor drei Jahren verlassen. Seither steht die von Melchior Berri gebaute Staehelin-Villa leer. Nun soll sie eine Zwischennutzung erhalten: Teile des Zivil- und Appellationsgericht ziehen ein, während deren Gebäude an der Bäumleingasse saniert werden.

Nach dem Auszug des kleinsten Departements sollte die Villa eigentlich verkauft werden. Trotz schwieriger Umstände scheinen sich Kaufwillige eingefunden zu haben; diese hätten den Zuschlag nur im Baurecht erhalten und dafür eine sanierungsfällige und mit Denkmalschutzauflagen beschwerte Immobilie übernommen. Im vergangenen Sommer sollte der Regierungsrat entscheiden.

Es dauerte einige Monate länger und der Entscheid überraschte: Auf einen Verkauf wurde verzichtet. Stattdessen sollte im Parterre eine ruhige öffentliche Nutzung entstehen, während die oberen Stockwerke zu «altersgerechten» Mietwohnungen umgebaut werden. «Übergeordnete Überlegungen zur Stadt- und Quartierentwicklung» hätten den Regierungsrat dazu veranlasst, das Baurechtsverfahren abzubrechen.

Vier Gerichtssäle am Ausweichstandort

Eile für die Umsetzung schien nicht angebracht, vielmehr sei eine Zwischennutzung «angedacht». Aus einer Baupublikation geht nun hervor, was sich die baselstädtischen Immobilienplaner darunter gedacht haben: Zwei Gerichtsinstanzen ziehen während zweier Jahre teilweise in die St.-Alban-Vorstadt und besetzen das gesamte Gebäude. Die Villa wird damit zur Rochadefläche während die in die Jahre gekommenen Gerichtsgebäude an der Bäumleingasse saniert werden.

Gemäss den vorliegenden Plänen zügeln nicht nur Büroarbeitsplätze, es werden auch vier Verhandlungssäle eingerichtet. Die Denkmalpflege ist einverstanden, dass in dieser Zeit eine behindertengerechte Toilette mit Zufahrtsrampe ein- und angebaut wird.