Mein Leben im Dreiland
Brief nach Lörrach kostet neu 1.80 Franken

Die Schweizer Post hat nicht nur im Inland die Preise erhöht. Besonders happig ist der Anstieg beim günstigsten Brief ins Ausland. Er wurde gleich 30 Rappen teurer.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Statt 1.50 Franken kostet der Brief ins Ausland neu 1.80 Franken.

Statt 1.50 Franken kostet der Brief ins Ausland neu 1.80 Franken.

Peter Schenk

Die Post hat nicht nur ihre Preise innerhalb der Schweiz erhöht, sondern auch diejenigen ins Ausland. Bei ihnen wird die Kundschaft zudem erheblich mehr zur Kasse gebeten als im Inland.

Besonders bemerkbar macht sich das bei Standardbriefen in die EU. Kostet ein einfacher Brief als A-Post von Basel nach Bern neu mit 1.10 Franken 10 Rappen mehr als früher, wurde der Preis für den günstigsten Brief nach Lörrach oder Mulhouse gleich um 30 Rappen von 1.50 Franken auf 1.80 Franken erhöht.

Ich finde das teuer und die Preiserhöhung happig. Da ist es interessant zu vergleichen, was heute ein Brief aus dem Dreiland in die Region Basel kostet. Ganz schlecht schneidet die Schweizer Post gegenüber der deutschen ab.

Ein Standardbrief nach Basel kostet gerade mal 1.10 Euro, derzeit umgerechnet weniger als 1.20 Franken. Die Deutsche Post weist denn auch darauf hin, dass das Porto für den Standardbrief innerhalb Deutschlands im europäischen Vergleich mit 0.85 Euro fast 30 Prozent unter dem Durchschnitt liegt.

Der Fairness halber gilt es zu erwähnen, dass ein Brief aus der Schweiz nach Freiburg im Breisgau für den erwähnten Preis bis 20 Gramm mit einer Grösse von B 5 erheblich grösser sein darf als der in die andere Richtung.

Weniger schlecht schneidet die Schweizer Post gegenüber der französischen ab. Ein Standardbrief von Mulhouse nach Basel kostet mit 1.65 Euro umgerechnet nur rund 10 Rappen weniger als in die Gegenrichtung. 5 Cent sparen kann merkwürdigerweise, wer seine internationale Briefmarke selber ausdruckt.

Die Medienstelle der Schweizer Post begründet die Preiserhöhung damit, dass die Menschen immer weniger Briefe versenden – seit 2002 gab es einen Rückgang von 40 Prozent. Dabei habe man die Briefpreise seit 18 Jahren nicht erhöht. Generell könnten im internationalen Bereich alte und neue Preise nicht verglichen werden, weil Angebot und Preise umfassend angepasst wurden. Teurer ist der günstigste Brief dennoch geworden.

Neu gibt es bei Briefen ins Ausland keine Unterscheidung mehr zwischen A- und B-Post. Eine Erleichterung ist das nicht, denn die Post rät, die A-Kleber trotzdem weiterhin auf der Auslandspost anzubringen.

peter.schenk@chmedia.ch