Liestal
Wegen Sanierung: Regierung und Landrat müssen 2023 für ein Jahr aus dem Regierungsgebäude ausziehen

Das Baselbieter Regierungsgebäude aus dem 18. Jahrhundert muss umfassend saniert werden. Ab Frühling 2023 werden Regierung und Landrat in Liestal im ehemaligen Lehrer-Seminar untergebracht.

Michael Nittnaus Jetzt kommentieren
Drucken
Das Regierungsgebäude in Liestal soll 2023 umfassend saniert werden.

Das Regierungsgebäude in Liestal soll 2023 umfassend saniert werden.

Archiv: Nicole Nars-Zimmer

Das Regierungsgebäude an der Rathausstrasse 2 eingangs Liestaler Stedtli ist sanierungsbedürftig. Da es sich beim Haus aus dem 18. Jahrhundert, das im 19. Jahrhundert mehrfach ausgebaut wurde, um einen denkmalgeschützten Gebäudekomplex handelt, gestaltet sich das Unterfangen aufwendig. Zudem soll die Sanierung kombiniert werden mit einer sicherheitstechnischen Modernisierung. Die Sicherheit der Politikerinnen und Politiker soll im heute frei zugänglichen Gebäude verbessert werden.

Umbau und Sanierung kostet 13 Millionen Franken

Wie die Landeskanzlei heute Donnerstag mitteilt, soll die Sanierung nun nach den Frühlingsferien 2023 starten und zirka ein Jahr dauern. Der Landrat hatte dafür bereits 2020 Gelder im Umfang von 12,8 Millionen Franken gesprochen. Damals lautete das Ziel noch, die Arbeiten bis zu den Regierungs- und Landratswahlen im Februar 2023 abgeschlossen zu haben. Doch wie jetzt klar wird, konnte erst kürzlich das Baugesuch eingereicht werden. Die Ausschreibung für die Arbeiten erfolge dementsprechend 2022, so die Landeskanzlei.

Während der Bauzeit müssen die Landeskanzlei und das Generalsekretariat der Sicherheitsdirektion, aber auch der Regierungsrat und der Landrat, in ein Provisorium ziehen. Dafür hergerichtet wird das ehemalige Lehrerinnen- und Lehrer-Seminar an der Kasernenstrasse 31 in Liestal. Der Umzug dorthin ist nach den Gesamterneuerungswahlen vom 12. Februar 2023 in den Frühlingsferien geplant.

Altes Seminar wird für diverse Provisorien gebraucht

Das alte Seminar dient noch bis Sommer 2022 als Provisorium für die Sekundarschule Frenke während derer Sanierung. Gemäss Mitteilung wird die Liegenschaft danach in ein Bürogebäude umgebaut. Sobald Regierung und Landrat 2024 wieder ins Regierungsgebäude zurückziehen können, soll das alte Seminar als Provisorium des Kantonsgerichts dienen, welches ebenfalls erneuert werden muss.

Ursprünge des Regierungsgebäudes reichen bis ins Mittelalter zurück

Das Regierungsgebäude hat eine bewegte Vergangenheit. In einem Artikel für die Bau- und Umweltzeitung schrieb der Projektleiter Jonas Wirth vor rund einem Jahr unter anderem folgendes:

«Die Geschichte des Regierungsgebäudes reicht bis ins Mittelalter zurück, als die Grafen von Froburg am Ort des heutigen Regierungsgebäudes eine Burg errichteten, die beim Erdbeben von Basel Schaden nahm. Nach mehreren Besitzerwechseln und vermuteten Umbauten nutzte Basel ab dem 18. Jahrhundert die Burg als Stadtschreiberei. Der heute noch vorhandene und prägende Ursprungsbau wurde nach den Plänen von Samuel Werenfels – der auch das Landschloss Ebenrain entwarf – von 1775 bis 1779 im spätbarocken Stil errichtet. Die aus dieser Zeit stammende Eingangstüre zeigt heute noch das Basler Wappen.

Mit der Kantonstrennung 1832/1833 wurde die Stadtschreiberei hinfällig und zum Regierungsgebäude des neu gegründeten Kantons Basel-Landschaft umfunktioniert. Nach dem 1834 der Bau von Werenfels durch den Baumeister Johann Jakob Begele-Meyer um den Landratssaal aufgestockt wurde, konnte der zuvor noch im Rathaus von Liestal tagende Landrat auch ins neue Regierungsgebäude einziehen.»

Den ganzen historischen Artikel finden Sie hier.

0 Kommentare

Aktuelle Nachrichten