Kommentar
Warum das Schnitzelbangg-Verbot richtig ist – ja sogar nötig

In sozialen Netzwerken bricht sich die Entrüstung über die abgesagte Schnitzelbangg-Sendung auf «Telebasel» Bahn. Doch man sollte nicht den üblichen Reflexen gehorchen.

Benjamin Rosch
Benjamin Rosch
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Auf den ersten Blick wirkt das Schnitzelbangg-Verbot kleinlich. Tatsächlich ist die epidemiologische Gefahr wohl zu vernachlässigen, wenn maskierte Menschen in einem leeren Raum ein paar Värsli brünzlen. Entsprechend verständlich ist die grosse Empörung in den sozialen Medien.

Man muss aber aufpassen, dass man ob der vielen Entbehrungen nicht immer den gleichen Reflexen verfällt, jemand wolle irgendetwas wegnehmen. Letzten Endes muss eine politische Behörde ihre Konsequenz beweisen, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit behalten will. Wenn ein Singverbot gilt für alle Hobbychöre und Musikstunden in der Schule, ja sogar der Singkreis in der Kita untersagt wird, dann lässt sich eine abendfüllende Sendung mit Auftritten von über einem Dutzend Sängerformationen nicht rechtfertigen.

Was hinter der Entrüstung steckt, ist letztlich die Sehnsucht nach Normalität. Vielleicht ist es ein schwacher Trost, aber: die hätte es auch mit maximalem technischen Aufwand nicht gegeben. Humor ist eine filigrane Sache und die träfen Pointen der Basler Bängg vertragen sich nur schlecht mit sterilem Ambiente. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich jetzt jene empören, die sich sonst über unlustige Auftritte beklagt hätten.

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger hat einen unpopulären Entscheid getroffen. Wir sollten froh sein, ist dem so.