Unterstützung

Hilferuf nach Solothurn: Kanton soll sich an Umgestaltung der Klosterkirche Mariastein beteiligen

Kantonsräte aus dem Schwarzbubenland möchten, dass der Kanton Solothurn die Neuausrichtung des Klosters Mariastein finanziell unterstützt. Die Kosten für das Projekt werden auf 25 Millionen Franken geschätzt.

Wird sich der Kanton Solothurn an der geplanten Umgestaltung des Klosters Mariastein beteiligen? Und wenn Ja: in welchem Umfang will er dies tun? Diese Fragen haben Kantonsratsmitglieder des Schwarzbubenlands als Auftrag an die Regierung gestellt. Dass dieser von allen Parlamentsmitgliedern des Kantonsteils unterzeichnet wurde, verdeutliche die Bedeutung des Klosters Mariastein, bestätigt Susanne Koch (CVP, Erschwil) auf Anfrage der bz.

Die letzte vergleichbare Unterstützung liegt ein halbes Jahrhundert zurück: «Im Rahmen der staatsrechtlichen Wiederherstellung des Klosters Mariastein 1970/71 verpflichtete sich der Kanton Solothurn, die Renovation des Klosters und der Klosterkirche finanziell zu unterstützen», erklärt Koch. «Die Mittel flossen damals aus der Denkmalpflege.»

Die Kantonsräte halten in ihrem Auftragsschreiben fest, dass das Kloster Mariastein einer der kulturellen Leuchttürme des Kantons sei. Jährlich besuchten 250'000 Wallfahrer, Touristen und Tagesgäste den Ort. «Mariastein ist als ein jahrhundertealter, spiritueller Kraft- und Anziehungsort mit einer grossen Ausstrahlung weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus unbestritten.»

Kosten dürften 25 Millionen Franken betragen

Die Benediktiner-Klostergemeinschaft kann die Aufgaben und den Andrang alleine nicht mehr bewältigen. Darum hat das Kloster diverse Projekte an die Hand genommen, welche die Zukunft des Ortes Mariastein sicherstellen sollen, auch wenn die jetzige Klostergemeinschaft der Benediktiner eines Tages nicht mehr allein die Verantwortung tragen kann. Diese Vorhaben sind im Gesamtprojekt «Mariastein 2025» gebündelt und werden dort strategisch geleitet. Die Kosten werden auf 25 Millionen Franken geschätzt. Bereits geregelt sind unter anderem die Trägerschaft für diverse klosternahe Betriebstätigkeiten (Hotel Kreuz, Klosterladen) sowie die Wallfahrt mit der Anstellung einer durch Dritte mitfinanzierten Wallfahrtsassistentin.

Das Kloster besitzt diverse sanierungsbedürftige Gebäude im Bereich der Ortsbildschutzzone Kloster Mariastein. Diese Immobilien sind einer neuen Nutzung und Bewirtschaftung zuzuführen. Baulich steht vor allem auch die Gemeinde Metzerlen-Mariastein als Grundeigentümerin des Klosterplatzes vor grossen Herausforderungen.

«Das ist aus dem geschichtlichen Kontext zu verstehen», führen die Kantonsräte in ihren Erklärungen aus. «Nach der staatsrechtlichen Wiederherstellung des Klosters Mariastein 1970/1971 hat der Kanton Solothurn die Klostergebäude und das Land rund um das Kloster der Klostergemeinschaft zurückgegeben, nicht aber den Klosterplatz, der an die Einwohnergemeinde ging.» Der Klosterplatz sei aktuell Verkehrsdrehscheibe für den öffentlichen (Bushaltestelle) und den Individualverkehr (Parkplätze). Dazwischen würden sich die Fussgänger bewegen. Die Lindenallee vor der Klosterkirche Mariastein sowie die Klosterallee seien als geschützte Naturobjekte klassifiziert.

Um eine Entflechtung der Verkehrsströme zu realisieren, um einen dem Kloster würdigen und adäquaten Begegnungsort zu schaffen und für die Besucher notwendige Infrastrukturen anbieten zu können, wurde ein Wettbewerb für die Neugestaltung ausgeschrieben. Die Kostenschätzung liegt bei fünf Millionen Franken.

In welcher Form die Nutzung des Klosterplatzes geregelt wird (etwa die Dienstbarkeit und das Baurecht), ist Gegenstand von Verhandlungen. «Mit dem Auftrag ist der politische Prozess in die Wege geleitet worden», sagt Koch. Der Regierungsrat wird den Auftrag behandeln und dem Kantonsrat beantragen, diesen für erheblich oder für nicht erheblich zu erklären. Nicht erheblich würde bedeuten, dass man das beantragte Thema nicht weiterverfolgen würde.

Kosten sollen auf mehreren Schultern lasten

Andernfalls könnte die Regierung signalisieren, «dass sie – legitimiert durch den Kantonsrat – Optionen prüfen und umsetzen möchte», so Koch. «Möglich wären: ein Beitrag aus dem Landeslotteriefonds oder ein Beitrag im Rahmen des Budgets.»

Der Weg in die Zukunft erfordert Investitionen. «Das Kloster Mariastein kann für diese Summe allein nicht aufkommen», sagt Koch. Diese müsse auf verschiedene Schultern verteilt werden. «Mariastein ist ein kulturelles, touristisches und spirituelles Zentrum im Kanton, mit einer grossen Ausstrahlung auf die ganze Nordwestschweiz. Das sollte dem Kanton Solothurn etwas wert sein.»

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