Ausbau der S-Bahn Basel
Herzstück nimmt die nächste grosse Hürde

Das Bundesamt für Verkehr hat gemeinsam mit den beiden Basel, der SBB und weiteren Partnern entschieden, in welche Richtung ein langfristiger Ausbau des Bahnknotens Basel führen soll. Weiter vorangetrieben werden soll das Herzstück sowie Planungen für Tiefbahnhöfe im Herzen der Stadt und am Bahnhof SBB.

Lea Meister
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So könnte das mal aussehen: Visualisierung der Herzstück-Haltestelle «Mitte» der Architekten Herzog & de Meuron.

So könnte das mal aussehen: Visualisierung der Herzstück-Haltestelle «Mitte» der Architekten Herzog & de Meuron.

Visualisierung Herzog & De Meuron

«Die beiden Basel nehmen den heutigen Entscheid zum Ausbau des Bahnknotens Basel mit grosser Freude zur Kenntnis», so der Wortlaut der gemeinsamen Medienmitteilung der beiden Kantone. Zusammen mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) und den SBB habe man sich dafür entschieden, eine Variante des Basler Herzstücks weiterzuverfolgen und eine Vorstudie für einen Basler Tiefbahnhof zu erstellen.

Die Stossrichtung des langfristigen Ausbaus des Bahnknotens Basel sieht wie folgt aus: Nebst einer neuen Schienenverbindung zwischen Basel SBB, Badischer Bahnhof und Bahnhof St. Johann - dem sogenannten Herzstück - mit der Tiefhaltestelle Basel Mitte wird auch ein Tiefbahnhof am Bahnhof Basel SBB geprüft.

Vorstudie zur Klärung offener Fragen

Die Ausformulierung der Stossrichtung basiert auf Studien, die analysiert haben, welches Bahnangebot und welche Infrastrukturen langfristig im Knoten Basel für S-Bahn, nationalen und internationalen Fern- und Güterverkehr nötig sind. Die Studien haben die SBB im Auftrag des BAV und in Abstimmung mit den Bahnknotenpartnern erstellt.

Die geplante Vorstudie soll jetzt offene Fragen klären. Über die definitive Realisierung von Herzstück und Tiefbahnhof entscheide dann das nationale Parlament im Rahmen künftiger Bahn-Ausbauschritte.

Entlastung des Centralbahnplatzes

Der Baselbieter Bau- und Verkehrsdirektor Isaac Reber freut sich über den Entscheid: «Der heutige Entscheid ist für die Region von enormer Bedeutung. Er ist ein wichtiger Schritt hin zu einer leistungsfähigen trinationalen S-Bahn mit hohen Takten und kurzen Reisezeiten.»

Das Herzstück dient dem Ausbau der effizienten Nutzung der beiden Basler Bahnhöfe als Durchgangsbahnhöfe. Insbesondere der Bahnhof SBB wird heute fast ausschliesslich als Kopfbahnhof genutzt, was zu langen Haltezeiten führt. Die Haltestelle Basel Mitte soll die Erreichbarkeit der Basler Innenstadt für die ganze Region verbessern. Der Centralbahnplatz würde dadurch entlastet, da er nicht mehr so stark als Umsteigestation genutzt werden müsste.

9 Milliarden Franken

Auch die Basler Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller ist von der geplanten Weiterentwicklung überzeugt: «Dieser Ausbau ist unabdingbar für einen klimafreundlichen Verkehr von und nach Basel und eine wichtige Investition in die Zukunft. Es freut mich, dass dafür nun eine solide Grundlage erarbeitet wird.»

Erste grobe Schätzungen ergaben, dass die Kosten für den langfristigen Ausbau des Bahnknotens bei etwa 9 Milliarden Franken liegen könnten. Das Bundesparlament hat 2019 100 Millionen für das Projekt gesprochen, welches etappenweise finanziert werden soll.

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