Hype im Internet
Eine nicht ganz ernst gemeinte Übersicht: Der Steinkauz - ein heimlicher Star im Internet

Im Sommer kam die frohe Botschaft: Im Zolli Basel sind Steinkauz-Junge geschlüpft. Dass danach ein kleiner Internet-Hype losbrach, ist an den meisten von uns wohl vorbeigegangen.

Lea Meister
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Sie sind am 10. Juni geschlüpft: Seither hat der Basler Zolli zwei neue Steinkäuze.
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Die Eltern des Weibchens und des Männchens leben seit zwei Jahren im Zolli und ziehen nun ihren ersten Nachwuchs auf.
Die ersten Tage verbrachten die Jungvögel mit ihrer Mutter in der Brutröhre. Der Vater beobachtete währenddessen von einem höheren Baum aus die Umgebung.
Steinkauz-Nachwuchs im Basler Zolli
Steinkäuze ernähren sich von Insekten, Würmern, Kleinsäugern und Reptilien. Sie sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv.
In der Schweiz nimmt die Zahl der Steinkäuze ab. Heute gibt es nur noch wenige Steinkauzpaare in Freiheit.

Sie sind am 10. Juni geschlüpft: Seither hat der Basler Zolli zwei neue Steinkäuze.

zvg/Zoo Basel

Im Juli durften sich Steinkauz-Fans freuen, denn es gab Nachwuchs im Zoo Basel.

Am 10. Juni waren zwei junge Steinkäuze geschlüpft. Die Eltern waren im Februar 2018 in den Zoo Basel gekommen. Die Steinkauz-Population in der Schweiz ist derweil stark abnehmend - im Baselbiet gilt das Tier gar als ausgestorben.

Bei den zwei jungen Steinkäuzen handelte es sich um ein Männchen und ein Weibchen. Die Elterntiere meisterten ihre Aufgabe hoch professionell, die Jungvögel wurden gut gefüttert und waren gesund. Die erste Zeit verbrachten die Jungen vorwiegend zusammen mit der Mutter in der Brutröhre, wie der Zoo damals mitteilte. Der Vater sass erhöht auf einem Baum und beobachtete die Umgebung.

Internet-Hype um den flauschigen Vogel

Der Internet-Hype um den flauschigen Vogel wurde tatsächlich in Bern losgetreten. Der Twitter-Account Megafon Reitschule Bern tweetete Ende Juli, dass man es auch übertreiben könne mit der Betonung der «Herzigkeit» dieses Tieres.

Der Tweet löste dutzende Reaktionen aus und schaffte es bis nach Basel. Die Berner machten daraufhin klar, dass sie absolut einverstanden seien mit der Begeisterung für die flauschigen Zeitgenossen.

Das Ganze wurde ziemlich rasch hoch ironisch. Das Tagesthema des 22. Juli: Der Steinkauznachwuchs in Basel. Es war also kaum möglich, die flauschigen Bewohner der Lüfte nicht zu sehen.

Die Berner waren noch immer fleissig an der Diskussion beteiligt...

Immer mehr User schalteten sich ein in die ironischen Abhandlungen rund um den Flausch-Nachwuchs in Basel.

Der Steinkauz erlangte derart grosse Berühmtheit, dass er gar vor dem Bundeshaus gesichtet wurde.

Mit dem nötigen Abstand, natürlich.

Auch im September hatte sich der Steinkauz noch nicht aus den Köpfen der Twitteruser verabschiedet...

Die Freude war gross...

Manche Nutzer bezeichnen sich schon als Kenner...

Dreht man etwas an der Uhr findet man heraus, dass der Hype schon länger andauert.

Dann kam sie, die frohe Botschaft im Oktober.

Der Hype scheint dem Tier also Aufwind gegeben zu haben. So vermeldete Bird Life Schweiz am 8. Oktober eine Bestandeserholung. 149 Steinkauzmännchen habe man gezählt, das sind rund dreimal mehr als vor zwanzig Jahren. Die Ziele, welche man im «Aktionsplan Steinkauz Schweiz» festgelegt habe, seien aber noch nicht erreicht. Es gibt also noch einiges zu tun in der Artenförderung.

Für alle, die noch nicht genug haben: Wie wäre es mit einer Steinkauz-Patenschaft?

Die Steinkauzpopulation ist also nicht mehr ganz so besorgniserregend stark auf dem absteigenden Ast wie noch im vergangenen Jahr. Gut möglich also, dass es bald wieder laut wird um den flauschigen Basler Zoo-Bewohner. Bis es soweit ist, müssen wir uns wohl mit Erdmännchen-Babies begnügen...