Stadtleben

Der Basler Sommer hat begonnen: Ein Augenschein zeigt, wo draussen die Musik spielt

24.06.2020

Flora-Buvette

24.06.2020

Die Temperaturen steigen, der Basler Sommer hat begonnen. Ein Besuch bei Buvetten, Badis und Beizen.

Blauer Himmel, warme Luft, junge Leute, die auf der Rasenfläche Prosecco trinken, spielende Kinder, weiter hinten Musik aus hohen Boxen und ein paar Leute, die dazu tanzen. Am vergangenen Samstagnachmittag herrschte bereits Festivalstimmung auf der Kasernenwiese. Beim Spektakel namens «NomiDance» handelte es sich um die erste Veranstaltung nach dem Lockdown, die auf Basler Allmend stattgefunden hat.

Es scheint, als würde alles wieder gut werden: Am Montag wurden die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus weitgehend aufgehoben und die Wetterprognosen versprechen, dass es nun endlich Sommer wird. Wenn am Samstag die Schulferien beginnen, haben die Baslerinnen und Basler wieder Zeit für Spaziergänge, um sich den Rhein hinuntertreiben zu lassen oder ein Apéro unter freiem Himmel zu geniessen. Die bz hat sich draussen umgehört, um herauszufinden, welche Temperatur der Stimmungsbarometer anzeigt.

Hoffen auf eine lange Schönwetterphase

Die Gastronomie gehört zu den Wirtschaftszweigen, die am meisten gelitten haben. Beizer und Barbesitzer waren sich einig: Mit den Auflagen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) war es kaum möglich, rentabel zu wirtschaften. Nun herrscht keine Sitzpflicht mehr, die Sperrstunde um Mitternacht ist aufgehoben und der Mindestabstand wurde von zwei auf eineinhalb Meter gesenkt.

Das freut Annekatrin Erhard vom Restaurant «PARK» im Tierpark Lange Erlen. «Es ändert sich schon einiges ab heute», sagt die Betriebsleiterin am Montag. «Da wir die Tische enger stellen können, haben wir für mehr Gäste Platz.» Das sei besonders am Sonntag wichtig, wenn Familien den Park und das Restaurant besuchen. Der Betrieb wurde erst vor knapp einem Monat von der Basler Gastronomiekette Parterre übernommen. Während der Tierpark in der ersten Woche noch geschlossen war und daher wenig Laufkundschaft den Weg zum Restaurant fand, läuft der Betrieb seit dem 6. Juni laut Erhard gut. «Wir freuen uns auf den Sommer und darauf, Veranstaltungen durchzuführen.»

Die Buvetten am Rheinbord hoffen darauf, dass das sommerliche Wetter nicht nur für eine Woche bleibt. Denn bisher lief das Geschäft eher mässig. Das bestätigen sowohl die Dreirosen- als auch die Flora-Buvette, deren Betriebsleiter Andi Anderhub glaubt, dass der Grund dafür nicht in der Coronakrise liegt. «Das Wetter ist der Hauptfaktor», so Anderhub. Noch gäbe es nur vereinzelte Rheinschwimmer, die grosse Masse sei bisher ausgeblieben. Für die kommenden Tage ist Anderhub aber zuversichtlich.

Spezielle Saison für Basler Badis

Baden kann man nicht nur im Rhein, sondern seit der Eröffnung am 6. Juni auch in den Gartenbädern. Bisher hielt sich der Ansturm allerdings in Grenzen. Worüber man gar nicht so unglücklich war, wie Thomas Mächler vom Erziehungsdepartement sagt. «Wir waren froh, dass der Betrieb unter Coronabedingungen wetterbedingt langsam angelaufen ist.» Laut dem zuständigen Bereichsleiter besteht die für die Bäder wichtigste Änderung in der Verkürzung des Mindestabstands. Doch auch hier hält Mächler fest: «Ob Sie ihr Handtuch zwei oder eineinhalb Meter von der nächsten Person hinlegen – das macht für uns keinen grossen Unterschied.» Die Bäder hatten aufgrund der verspäteten Eröffnung und der damit verbundenen Senkung der Abopreise bisher deutlich weniger Einnahmen. Das könne nicht mehr aufgeholt werden und sei auch nicht das Ziel, so Mächler. «Wir rechnen mit einer speziellen Saison und hoffen auf viel Verständnis in der Bevölkerung.»

Den Livestream zu den Eingängen zweier Basler Gartenbäder finden Sie hier.

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