Persönlich

Da möchte ich doch wirklich mit Finken rasch zur Post gumpen

Die Post ist um 19 Uhr schon zu, oder?

Die Post ist um 19 Uhr schon zu, oder?

Das mit dem Schweizerdeutsch und dem Hochdeutschen ist immer so eine Sache. Unsere Autorin hatte ihre Anfangsschwierigkeiten, aber langsam geht es – auch dank nidwaldnerischem Einfluss.

«Gömmer go postä?», werde ich um knapp 19 Uhr gefragt. Mein erster Gedanke lautet: «Was? Jetzt zur Post? Um die Uhrzeit?» Da, wo ich herkomme – egal, ob Spanien oder Deutschland – hat die Post um 19 Uhr definitiv zu. Und da ich herausgefunden habe, dass die Läden hierzulande doch sehr früh schliessen, scheint mir diese Uhrzeit noch seltsamer.

Also antworte ich: «Hast du schon auf die Uhr geschaut? Die Post hat doch sicher zu!» Lautes Gelächter. Genauso ratlos, wie ich mich fühle, muss ich auch aussehen. Noch ein Grund mehr für alle, laut loszuprusten. Unter unkontrollierten Lachern bekomme ich doch noch eine Antwort: «Postä.» Hahaha. «Heisst.» Hahaha. «Einkaufen.» Hahaha. «Und nicht Post.»

«Aha». Mein erster Schweizerdeutsch-Fauxpas. Aber mir dürfte so was nicht mehr passieren. Denn nach fast fünf Jahren alltäglichen nidwaldnerischen Einflüssen würde ich sagen, dass ich gebrieft bin. So sehr, dass ich aus Gewohnheit schweizerdeutsche Ausdrücke raushaue, obwohl ich hochdeutsch spreche. Und das geht teilweise so weit, dass mir das hochdeutsche Wort partout nicht mehr einfallen will. Gumpen. Finkä.

Aber nach ein paar Sekunden «Das weisst du doch, streng dich an», geht es dann auch wieder. Aber: Es gibt Wörter im Schweizerdeutsch, die es so im Hochdeutschen nicht gibt – und das finde ich super. Deshalb kann es bei mir schon mal heissen: «Ich finde das huere gut imfall.» Und mittlerweile will ich auch nicht mehr um 19 Uhr zur Post. Ähm, uf d Post.

Meistgesehen

Artboard 1