Corona
In den beiden Basel fällt die Maskenpflicht in Tram, Bus und Zug: «Das ist doch verrückt»

In den beiden Basel ist man fast wieder bei der Normalität angelangt. Nur in Spitälern und Altersheimen gilt noch Masken- und Testpflicht. Das Contact-Tracing reduziert, bleibt aber bestehen.

Zara Zatti
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An die Maske muss man jetzt nicht mehr denken.

An die Maske muss man jetzt nicht mehr denken.

Kenneth Nars

Heute Freitag ist der erste Tag des Endes der Pandemie. Zumindest offiziell. Der Bundesrat kehrt zur normalen Lage zurück und beendet alle Massnahmen. Neben dem Fall der Isolationspflicht bedeutet das auch, dass eine maskenfreie Fahrt mit Zug, Tram und Bus wieder möglich ist. Doch nicht ganz alle machen Gebrauch von der wiedergewonnenen Mundfreiheit.

Am Freitagmorgen in der S-Bahn von Olten nach Basel: Je mehr sich der Zug füllt, desto kleiner wird der Anteil an Menschen, die noch eine Schutzmaske tragen. Von zehn Personen tragen schätzungsweise zwei eine Maske, sehr vereinzelt sind auch noch FFP2-Modelle zu sehen.

Ein Mann mit Mundschutz sagt darauf angesprochen: «Ich will mich nicht anstecken, ich fühle mich einfach sicherer mit der Maske. Dass man sie im öffentlichen Verkehr nicht mehr tragen muss, verstehe ich bei den hohen Fallzahlen aktuell nicht. Das ist doch verrückt.»

Baselland gibt vor, Basel-Stadt empfiehlt

Die Hoheit über die Corona-Massnahmen liegt jetzt wieder bei den Kantonen. Die beiden Basel machen davon unterschiedlich Gebrauch. Im Landkanton bleibt die Maskenpflicht in Spitälern, Altersheimen und Einrichtungen der Behindertenhilfe bestehen, ebenso die Testpflicht für Mitarbeitende.

Basel-Stadt hat seine Corona-Verordnung aufgehoben und empfiehlt Gesundheitseinrichtungen und Pflegeheimen lediglich die Maskenpflicht beizubehalten. Die meisten Pflegeheime in der Stadt bleiben denn auch bei den bestehenden Schutzmassnahmen.

So etwa die Stiftung Casavita, die in Basel vier Pflege-und Altersheime betreibt. «Wir behalten die Maskenpflicht bis auf weiteres bei», sagt der Geschäftsführer Philipp Ryser. Auch das Personal wird weiterhin getestet, allerdings nur bei Symptomen, und wenn sie nicht vor kurzem schon einmal infiziert worden sind: «Dies, weil das Testresultat nach einer Infektion noch lange positiv ausfallen kann.»

Wann die Maskenpflicht aufgehoben wird, macht Ryser vom Infektionsgeschehen abhängig: «Momentan sind uns die Fallzahlen aber einfach noch zu hoch. Am Schluss geht es um die Bewohnerinnen und Bewohner. Es ist ihr Zuhause, sie müssen sich damit wohlfühlen.»

Contact-Tracing bleibt, wird aber reduziert

Auch das Universitätsspital Basel bleibt bei den Masken, wie es diese Woche gegenüber dem «Regionaljournal Basel» sagte. Wer sich jetzt mit dem Coronavirus infiziert, der muss nicht mehr in Isolation. Trotzdem bleiben beim basel-städtischen Contact-Tracing rund 40 Personen angestellt, wie das Gesundheitsdepartement auf Anfrage bekannt gibt.

Bis im Sommer soll das Personal auf 18 Personen reduziert werden. «Es ist wichtig, einen Grundstock an erfahrenem Personal zu haben, welches eingearbeitet ist und die Abläufe kennt. Falls es nötig wird, können und müssen wir das Team eventuell schnell skalierend wieder aufbauen», so die Begründung. Auch in Baselland wird das Tracing-Team zurückgefahren, schreibt Rolf Wirz, Mediensprecher der Gesundheitsdirektion. Es bleiben rund acht bis zehn Personen im Kernteam.

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