Basler Medien
Crowdfunding: Aus dem «Vogel Gryff» wird das «VG Magazin»

Das Geld ist zwar noch nicht da, doch im Januar soll im Kleinbasel ein neues Magazin erscheinen. Die IG Kleinbasel hält das Vorhaben für «chancenlos».

Christian Mensch Jetzt kommentieren
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Seit Januar 2021 eingestellt: der «Vogel Gryff»

Seit Januar 2021 eingestellt: der «Vogel Gryff»

Kenneth Nars / BLZ

Die Kleinbasler Gratiszeitung «Vogel Gryff» erscheint seit Januar dieses Jahres nicht mehr. Der Neuen Kleinbasler Medien (NKM) AG sind die finanziellen Mittel ausgegangen, um das Traditionsprodukt weiterhin zu verbreiten.

Nun soll wieder Geld – oder zumindest ein Crowdfunding – in Sichtweite sein und ein Nachfolgeprodukt in den Startlöchern stehen: das «VG Magazin», ein monatliches Heft über «Nachhaltigkeit, Kultur und Leben in Basel». Bereits im Januar könnte ein erstes Heft vorliegen.

Die Verlagsidee wurde gestern an der Generalversammlung der Genossenschaft NKM vorgestellt, der die Aktien der Verlags AG gehört. Die Genossenschafter rekrutierten sich bei der Gründung grossteils aus den Mitgliedern der IG Kleinbasel (IGK) – doch diese fährt nun grobes Geschütz gegen die NKM auf. In einem vorliegenden Schreiben kritisiert die IGK eine vollständige Intransparenz um den «Vogel Gryff» und vermutet, «dass die Verlags AG komplett überschuldet ist und eigentlich die Bilanz deponiert werden müsste».

Schulden von rund einer halben Million Franken scheint die AG bei der Genossenschaft zu haben, die sich selbst wieder Geld geborgt hat, um das Darlehen zu stemmen. Wenn die AG Konkurs laufen würde, wäre es wohl auch um die Genossenschaft geschehen. Der Anwalt Ernst Staehelin, der die Genossenschaft wie die AG präsidiert, verzichtete nach einer Anfrage auf einen Rückruf.

Die IGK hält das neue Medienprojekt für «chancenlos». Sie wolle sich jedoch nicht dem Vorwurf aussetzen, das Nachfolgeprojekt der NKM verhindert zu haben. Deshalb enthielten sich ihre Vertreter an der Generalversammlung der Stimme. Sie verweigerten dem Vorstand jedoch die Décharche, sodass die Mitglieder bei einer allfälligen Pleite auch rückwirkend zur Verantwortung gezogen werden können.

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