Zwingen
Überbauung der alten Papierfabrik: Der historische Hochkamin bleibt stehen

Dem Bauwerk in Zwingen drohte der Abriss. Nun wird es in die Überbauung «Papiri» integriert.

Salomé Lang
Drucken
Der markante Hochkamin wurde 1915 errichtet und diente der Papierproduktion.

Der markante Hochkamin wurde 1915 errichtet und diente der Papierproduktion.

Juri Junkov

Auf dem Areal der einstigen Papierfabrik in Zwingen erstreckt sich eine auffallend grosse Baustelle. An der Laufenstrasse entsteht ein neues Quartier mit Gewerbeflächen und 300 Wohnungen auf insgesamt 70’000 Quadratmetern. Ein Streit zwischen dem Bauunternehmer und der Zwingner Burgerkorporation um einen historischen Hochkamin konnte endlich beigelegt werden.

Der Hochkamin aus dem Jahr 1915 ist eines der letzten Zeugnisse der industriellen Geschichte des Areals. Da der Kamin nicht denkmalgeschützt ist, drohte ihm wegen der Überbauung «Papiri» der Abriss. Die Zwingner Burgerkorporation wehrte sich jedoch und forderte vor fünf Jahren in einer Petition die Erhaltung des markanten Bauwerks. Auch die kantonale Denkmalpflege schaltete sich ein. Mit ihr habe man sich schliesslich darauf geeinigt, dass der Kamin stehen bleibt, so Jost Krummenacher, Inhaber und CEO der Grundeigentümerin Barko Immobau AG. Im August werde ein Projektwettbewerb für die Überbauung mit integriertem Kamin auf dem Areal Ost lanciert.

Die Burgerkorporation hat damit ihr Ziel erreicht. Präsident Fridolin Scherrer sagt: «Wir sind sehr zufrieden, dass der Hochkamin als Erinnerung an die historische Bedeutung der Papierfabrik in Zwingen erhalten bleibt.» Lange Zeit sei die Papierfabrik der wichtigste Arbeitgeber im Dorf gewesen. An die Bedeutung des Unternehmens für Zwingen und das Laufental zu erinnern, sei laut Scherrer ein wichtiges Anliegen der Burger gewesen.

Die ersten Wohnungen sind im Herbst bezugsbereit

Auch der Kanal, der ebenfalls aus Zeiten der Papierproduktion stammt, sorgte für Planänderungen: Weil das Bauinspektorat des Kantons Baselland die Überbauung des Kanals nicht bewilligte, habe laut Krummenacher ein Gebäude verkleinert gebaut werden müssen.

Trotz dieser Bremsklötze geht es mit dem Bau voran. So kündigt Krummenacher an, dass der Denner schon am 29. September in einem der Gebäude eröffnet wird. Für die zukünftigen Bewohnenden seien die ersten Wohnungen ab dem ersten Oktober bezugsbereit. Auf dem seit 2004 stillgelegten Areal wird also schon bald gelebt, gearbeitet und eingekauft.

Aktuelle Nachrichten