Bretzwil
Wasser verunreinigt: Bevölkerung soll Trinkwasser abkochen

Das Trinkwasser in Bretzwil wurde aus noch ungeklärten Gründen verunreinigt. Die Gemeinde mahnt die Bevölkerung zu Vorsicht. Trinkwasser soll vor dem Konsum abgekocht werden.

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Klärbecken der ARA Bretzwil. In der Gemeinde wurde das Trinkwasser aus bisher ungeklärten Umständen verunreinigt.

Klärbecken der ARA Bretzwil. In der Gemeinde wurde das Trinkwasser aus bisher ungeklärten Umständen verunreinigt.

Boris Burkhardt

Weil das Leitungswasser verunreinigt ist, müssen Bewohner der Oberbaselbieter Gemeinde Bretzwil als Vorsichtsmassnahme bis auf weiteres Wasser vor dem Konsum abkochen. Für das Salatwaschen und Zähneputzen wird ebenfalls empfohlen, abgekochtes Wasser zu verwenden.

Ein entsprechender Aufruf der Behörden erfolgte auch mittels Flugblatt, wie die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion gestern mitteilte. Die notwendigen Massnahmen seien eingeleitet. Weitere Informationen sollen folgen, sobald die Bevölkerung das Trinkwasser wieder direkt ab Leitung konsumieren kann.

Bei einer Routinekontrolle seien sehr hohe Keimbelastungen mit Kolibakterien und Enterokokken aufgefallen, sagt der Baselbieter Kantonschemiker Peter Wenk. Sie wurde gestern Montag durchgeführt. Die Aufbereitungsanlage der Gemeinde sei damit nicht mehr zurande gekommen, und auch Chlorieren reiche da nicht mehr. Deswegen müsse man Trinkwasser nun abkochen.

Durchaus möglich, dass das Trinkwasser schon eine Zeit lang verunreinigt war. «Vom Geschmack her war jedoch nichts festzustellen», erklärt Rolf Schweizer, der Gemeindeverwalter von Bretzwil. Die Stimmung in der Bevölkerung sei ruhig, über gesundheitliche Probleme bei Einwohnerinnen und Einwohnern sei ihm nichts bekannt. Der Gemeindeverwalter hofft, dass sich die Situation bis Donnerstag normalisiert.

Derzeit werde analysiert, ob «sonst noch etwas» im Wasser ist, erläutert Kantonschemiker Peter Wenk. Am Dienstag würden neue Proben genommen und untersucht. Die Vorsichtsmassnahme gilt laut Wenk bis auf weiteres. Man müsse Wasser abkochen, das zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen verwendet wird. Duschen mit dem unsauberen Wasser sei hingegen unbedenklich.

Woher die Verschmutzung stammt, mag der Kantonschemiker nicht spekulieren. Eine Rolle spielen könnte die lang anhaltende Trockenheit, die viele Böden rissig gemacht hat: Gerade im Karstgebiet können Vieh-Exkremente so weiter verteilt werden als üblich. Enterokokken und Kolibakterien sind Fäkalbakterien, also natürliche Darmbewohner bei Mensch und Tier.

Die Gemeinde Bretzwil war bereits früher von Trinkwasserverunreinigungen betroffen, laut Gemeindeverwalter Rolf Schweizer aber schon seit längerem nicht mehr. Der letzte Fall liegt mindestens 14 Jahre zurück. (SDA/stz)