wahlen
Sie wollen für das Schwarzbubenland in den Solothurner Kantonsrat einziehen

Am 7. März wählt der Kanton Solothurn eine neue Regierung und ein neues Parlament. Die Schwarzbuben bestimmen nicht nur mit, wer künftig dem fünfköpfigen Regierungsrat angehören wird. Sie entscheiden auch, welche 13 Personen die Amtei Dorneck-Thierstein in den nächsten vier Jahren im Kantonsrat vertreten. Die bz stellt aus jeder Partei eine spannende Neu-Kandidierende oder einen interessanten Neu-Kandidierenden vor.

Dimitri Hofer
Merken
Drucken
Teilen

Die Wahlberechtigten im Schwarzbubenland haben am 7. März die Qual der Wahl: Für die 13 Sitze der Amtei Dorneck-Thierstein im Kantonsrat kandidieren 66 Personen. Die SVP, FDP, CVP und die Grünen treten bei den Parlamentswahlen mit einer vollen Liste an. Die SP schickt zehn, die Grünliberalen vier Kandidierende ins Rennen.

Von den 13 Amtierenden treten mit Heiner Studer und Hans Büttiker (beide FDP), Stefan Oser (SP) und Peter M. Linz (SVP) vier Kantonsräte nicht mehr. Eine Amtsperiode anhängen wollen hingegen Christian Thalmann und Mark Winkler (beide FDP), Susanne Koch Hauser, Kuno Gasser und Bruno Vögtli (alle drei CVP), Karin Kälin und Simon Esslinger (beide SP), Sibylle Jeker (SVP) sowie Daniel Urech (Grüne).

57 aller Kandidatinnen und Kandidaten machen sich auf, das Schwarzbubenland neu im Solothurner Rathaus zu vertreten. Die bz stellt pro Partei eine Anwärterin oder einen Anwärter vor, die frisches Blut in den Kantonsrat bringen wollen.

CVP: Janine Graber, 24, Breitenbach

Janine Graber.

Janine Graber.

Zvg

Trotz ihrer erst 24 Jahre ist Janine Graber in der politischen Landschaft des Dorneck-Thiersteins längst keine Unbekannte mehr. Die Breitenbacherin präsidiert das Jugendparlament Schwarzbubenland und amtet als Vizepräsidentin der Jungen CVP des Kantons Solothurn. Bei digital erscheinenden Jugendmagazin «Tize» ist sie seit 2015 ehrenamtlich tätig und mittlerweile zu Chefredakteurin und Leitungsmitglied aufgestiegen. Schafft sie den Sprung in den Kantonsrat, weiss sie, welchen Notstand sie möglichst schnell aufs parlamentarische Tapet bringen möchte: «Unter der Woche verkehren zu wenige Postautos über den Passwang.» Als Lehrerin, die auf der anderen Seite des Juras in Balsthal unterrichtet, sei sie selbst vom ungenügenden Angebot betroffen.

FDP: Roland Matthes, 57, Rodersdorf

Roland Matthes.

Roland Matthes.

Zvg

Es ist ein Platz, der nicht lügt: Die Solothurner Handelskammer und der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband haben alle rund 580 Kandidierenden für das Parlament auf ihre Wirtschaftsfreundlichkeit untersucht. Roland Matthes aus Rodersdorf schaffte es auf den vierten Rang. «Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns gut», sagt er. Der 57-Jährige leitet selber im Bernbiet ein florierendes Brandschutz-Unternehmen mit 62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In seiner Wohngemeinde im solothurnischen Leimental gehört er seit zwei Amtsperioden dem Gemeinderat an. In der Dorfexekutive verantwortet er, passend zu seinem Beruf, das Ressort Öffentliche Sicherheit, Umwelt, Landwirtschaft und Abfallwesen.

SP: Noam Schaulin, 23, Hochwald

Noam Schaulin.

Noam Schaulin.

Zvg

Die Kantonsgrenzen spielen im Alltag von Noam Schaulin keine Rolle. «Ich bin im Laufental aufgewachsen, wohne heute in Hochwald und arbeite in der Stadt Basel», betont der 23-Jährige. Als Solothurner Kantonsrat würde er sich deshalb auch dafür einsetzen, die Zusammenarbeit zwischen den Nordwestschweizer Kantonen noch zu verstärken. Bei der Baselbieter Juso ist Schaulin als Vizepräsident tätig. Mit ihrer geforderten Schliessung des Euro-Airports sorgten die Baselbieter Jungsozialisten kürzlich in der Region für Aufsehen. Der Verkehrsplaner in Ausbildung meint dazu: «Das war eine provokative Forderung. Aber wenn man nicht einmal aufzeigt, wie es sein sollte, kann man nichts verändern.»

Grüne: Janine Eggs, 27, Dornach

Janine Eggs.

Janine Eggs.

Zvg

Vor Janine Eggs liegen intensive Wochen: Nach den kantonalen Parlamentswahlen im März kandidiert sie einige Wochen später auch bei den Dornacher Gemeinderatswahlen. Im Dornecker Hauptort sitzt die 27-Jährige seit acht Jahren in der Bau-, Werk- und Planungskommission und seit vier Jahren auch in der Sport- und Freizeitkommission. Mit ihrem Studium der Geografie und Raumplanung bringt Eggs für die Kommissionsarbeit hervorragende Voraussetzungen mit. «Die Raumplanung interessiert mich auch politisch», sagt sie. Die Stärkung des Langsamverkehrs, von Velorouten und des öffentlichen Verkehrs wolle sie vorantreiben. Auch habe sie vor, sich für Grünräume einzusetzen – egal ob dies letztlich im Kantons- oder im Gemeinderat geschieht.

SVP: Rolf Meyer, 68, Kleinlützel

Rolf Meyer.

Rolf Meyer.

Zvg

«Auch aus dem hintersten Zipfel des Schwarzbubenlands braucht es einen Vertreter in Solothurn», findet Rolf Meyer. Damit meint er seine Wohngemeinde Kleinlützel, in deren Weiler Huggerwald er seit vier Jahren lebt. Meyer gründete in der Solothurner Exklave eine Ortssektion der SVP und hat sich auf die Fahne geschrieben, zwei geplante Projekte zu verhindern: ein umstrittenes Holzkraftwerk im Dorf und den Windpark auf dem Chall. Kürzlich flatterte in die Haushalte der Challgemeinden die Jungfernausgabe eines vom 68-Jährigen herausgegebenen Hefts über das Dorfleben, in dem sich auch mehrere kritische Beiträge über das Windenergieprojekt finden. Damit knüpft er an seine frühere Tätigkeit als Verleger eigener Publikationen sowie Chefreporter bei der Jugendzeitschrift «Pop/Rocky» an.

Grünliberale: Christian Schlatter, 47, Dornach

Christian Schlatter.

Christian Schlatter.

Nicole Nars-Zimmer

In Dornach hängen derzeit Wahlplakate von Christian Schlatter. Zwar hat sich der 47-Jährige entschieden, der Ortschaft künftig nicht mehr als Gemeindepräsident vorzustehen. Für die Grünliberalen kandidiert er jedoch bei den Solothurner Parlamentswahlen. «Als Kantonsrat möchte ich mich für zukunftsgerichtete Lösungen einsetzen», sagt er. Dabei lägen ihm die Themen Umwelt, Energie und Effizienz sehr. «Aber auch in der Bildung und zum Thema Wirtschaftsstandort habe ich einige Ideen und Erfahrungen, die ich gerne in die kantonale Politik einbringen möchte.» Der Umweltwissenschafter amtete in den letzten neun Jahren als vollamtlicher Gemeindepräsident von Dornach. Während dieser Zeit habe er sich ein grosses Netzwerk im ganzen Kanton aufbauen können.