Augusta Raurica
Über 22000 Zuschauer pilgerten ans Römerfest

Die 16.Ausgabe des Römerfestes in Augusta Raurica war ein voller Erfolg. Der schöne Sonntag sorgte fürzusätzlichen Besucherandrang. Insgesamt 22000 Besucherinnen und Besucher, also 2000 mehr als im vergangenen Jahr.

Bojan Stula
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Römische Legionäre (v.l.n.r. Thomas Schaub, Dirk Linden und Yves Rüttimann).
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Patrik Pfüstl (Zenturio, l.) und Cyrill Wandeler (Optio, r.): Üben mit Kindern der überraschende Angriff (Sagitari).
Römerfest in Augusta Raurica
Römerfest in Augusta Raurica
Gladiatoren und Legionäre: Die grossen Helden des Römerfests
Zenturio Pullo: «Wer sagt hier, dass die Römer spinnen?»

Römische Legionäre (v.l.n.r. Thomas Schaub, Dirk Linden und Yves Rüttimann).

Juri Junkov

Da kann nicht einmal der grösste Spinner unter den Römern meckern. Daniel Suter, der neue Leiter der Römerstadt Augusta Raurica, darf äusserst zufrieden auf die 16.Ausgabe des grossen Volksfests à la Asterix zurückblicken. Nach einem eher zähen Start am Samstag, an dem Wind und Wetter grössere Besuchermassen von der Fahrt nach Augst abhielten, machte der strahlend schöne Sonntag alles wett.

Bei angenehmen 24 Grad drängelten sich Tausende von Erwachsenen und Kindern um die rund 90 Markt-, Veranstaltungs-, Spiel- und Essensstände, verfolgten die Gladiatorenkämpfe im Theater, schauten den römischen Legionären bei ihren Kriegsübungen zu oder liessen sie mittelhoch zu Pony oder im Streitwagen herumkutschieren. Wie immer war Mitmachen und selber Ausprobieren Trumpf, sei es beim Münzenprägen, Fibelschmieden oder in der besonders populären Legionärsschule für Kinder. «Berühren verboten» steht allenfalls am Modell der antiken Römerstadt im Museum. Kein Wunder, dass das Augster Römerfest am letzten August-Wochenende – inzwischen eine der grössten Veranstaltungen dieser Art in Europa – bei vielen Familien von nah und fern im Jahreskalender fett unterstrichen ist.

Die Sesterzen rollten

Rund 500 Helferinnen und Helfer, die meisten davon freiwillig, sorgten an den beiden Veranstaltungstagen für einen reibungslosen Ablauf. Von Zwischenfällen wurde bis gestern Abend nichts bekannt. Eine Polizistin und ein Polizist genügten, um zwischendurch auf dem Gelände zu patrouillieren. Ähnlich unterbeschäftigt blieben die Samariterinnen im Notfallzelt. Wieder einmal bewahrheitete sich das Wort des obersten Augusta-Raurica-Hüters Urs Wüthrich, dass die Römerstadt das grösste und schönste Klassenzimmer im Baselbiet ist. Und ein äusserst friedliches dazu – wenn man einmal von den Gladiatorenkämpfen der Mailänder Reenactment-Gruppe Ars Dimicandi absieht, bei deren Schaukämpfen es tatsächlich blaue Flecken und Kratzwunden absetzte.

Seit dem Start 1992 hat sich das Römerfest als neben dem Chienbäse publikumsträchtigste der jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen im Baselbiet etabliert. Allein an Eintrittsgeldern dürften am Wochenende rund eine Viertelmillion Franken in die Kantonskasse geflossen sein. OK-Chef Dani Suter will aber explizit keinen weiteren Ausbau. «Bei 35000 Zuschauern würde es keinen Spass mehr machen, denn dann wäre das ganze Festgelände verstopft.» Ebenso wenig zur Diskussion steht die Verschiebung an einen anderen Termin, der nicht ganz so überladen wäre wie traditionsgemäss das letzte August-Wochenende. Dazu Suter: «Das wäre schwierig umzusetzen. Viele der teilnehmenden Gruppen haben sich an diesen Termin gewöhnt und reservieren ihn jedes Jahr extra für uns.»