Swisscom und Elektra Sissach
Am Sissacher Glasfasernetz scheiden sich die Geister

Die Swisscom und die Elektra Sissach verlegen nun zwei Glasfasernetze. Ein Projekt, dass für Diskussionen sorgt.

Maximilian Karl Fankhauser
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Nicht nur eine, sondern gleich zwei solcher Glasfaserleitungen sollen in Sissach verlegt werden. Das sorgt für Diskussionen.

Nicht nur eine, sondern gleich zwei solcher Glasfaserleitungen sollen in Sissach verlegt werden. Das sorgt für Diskussionen.

Carlo Reguzzi / KEYSTONE/TI-PRESS

Der Ausbau des Sissacher Glasfasernetzes wird zu einem Politikum. Am Donnerstag reagiert die Swiss Fibre Net, Partner der Elektra Sissach AG in Sachen Netzausbau, mit einer Medienmitteilung darauf, dass die Swisscom die gemeinsamen Verhandlungen abgebrochen habe. Sie verurteilt dieses Vorgehen scharf. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Verlegung eines gemeinsamen, offenen Glasfasernetzes in Planung.

Stand jetzt sollen also zwei Glasfasernetze verlegt werden, das der Swisscom und das der Elektra Sissach. Laut Swiss Fibre Net seien die Gründe des Verhandlungsabbruchs nicht klar. Andreas Waber, CEO von Swiss Fibre Net AG, sagt: «Es ist sehr stossend, dass Swisscom hier, entgegen allen sinnvollen Alternativen, den Alleingang gewählt hat.»

Stirnrunzeln bei der Swisscom

Auch Stephan Jurt, Geschäftsleiter der Elektra Sissach, findet: «Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum Swisscom hier ein eigenes Glasfasernetz aufbauen will. Wir sind dem Telekomunternehmen bei der Nutzungsgebühr sehr entgegengekommen.»

Bei der Swisscom löst dieses Statement aber Stirnrunzeln aus: «Elektra Sissach und Swisscom haben Verhandlungen geführt, konnten sich jedoch nicht auf die kommerziellen Eckpunkte einigen. Die Details dazu sind vertraulich, deshalb können wir dazu keine Angaben machen», sagt Annina Merk, Mediensprecherin der Swisscom. Laut einer Mitteilung des Telekomunternehmens habe man die Beweggründe sowohl der Elektra Sissach, wie auch der Gemeinde im Detail erläutert.

Unsicherheit in der Bevölkerung

Die Swisscom betont aber, dass zu beiden Akteuren ein konstruktives und gutes Verhältnis bestehen würde. Ausserdem seien die Verhandlungen über ein gemeinsames Projekt von der Swisscom initiiert worden. Sie hat zwar als Vorinvestition schon vor einigen Jahren den Netzausbau in Sissach umgesetzt. Das Unternehmen habe grundsätzlich kein Interesse an einem Parallelausbau, weswegen man momentan in Verhandlungen betreffend der gemeinsamen Inhouse-Infrastruktur stehe.

Der Sissacher Gemeindepräsident Peter Buser gibt sich skeptisch ob der Entwicklung. Er kenne zwar den Inhalt der Gespräche nicht, sieht aber einen Entscheidungsdruck, dem die Sissacher Bevölkerung ausgesetzt ist. «Bei der Bevölkerung herrscht eine gewisse Unsicherheit. Denn jeder muss sich nun überlegen, mit welchem Unternehmen er sich identifizieren will.» Beide würden dasselbe bieten, ein Parrallelausbau sei aber alles andere als nachhaltig.

Was die Zukunft bringt, das wird sich zeigen. Beide Unternehmen haben sich schriftlich an die Bevölkerung gewandt. Gar vorformulierte Verträge lagen schon in den Briefkästen der Gemeindebewohner. Was aber jetzt schon klar ist: Jede Liegenschaft wird an das Glasfasernetz der Elektra Sissach angeschlossen, da in Zukunft über dieses auch die Stromzähler abgelesen werden.

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