Solothurner Regierungswahlen
Schwarzbube Remo Ankli schafft Wiederwahl mit Bravour - SVP gelingt Sprung in Regierung wieder nicht

Schwarzbube Remo Ankli (FDP) sichert sich eine weitere Amtszeit mit einem Glanzresultat. Auch seine beiden Regierungskolleginnen Brigit Wyss (Grüne) und Susanne Schaffner (SP) werden wiedergewählt. Von den vier Neu-Kandidierenden erreicht niemand das absolute Mehr. Es kommt zu einem zweiten Wahlgang.

Dimitri Hofer
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Der Schwarzbube Remo Ankli konnte, wie schon 2017, am meisten Stimmen auf sich vereinen.

Der Schwarzbube Remo Ankli konnte, wie schon 2017, am meisten Stimmen auf sich vereinen.

Bild: Peter Schneider/Key (7. März 2021)

Das Szenario, das im Vorfeld der Solothurner Regierungsratswahlen als am realistischsten beschrieben wurde, ist am Wahlsonntag eingetroffen: Die drei amtierenden Regierungsmitglieder Remo Ankli (FDP), Brigit Wyss (Grüne) und Susanne Schaffner (SP) schafften allesamt die Wiederwahl. Von den vier Neu-Kandidierenden erreichte wiederum niemand das absolute Mehr von 38'980 Stimmen, weshalb es am 25. April zu einem zweiten Wahlgang kommen wird.

Wie vor vier Jahren landete der Beinwiler Remo Ankli mit einem Glanzresultat auf dem ersten Rang. Der Schwarzbube konnte 50'010 Stimmen auf sich vereinen. «Ich bin dankbar und erleichtert», sagt der Bildungs- und Kulturdirektor, nachdem die Ergebnisse feststehen. Er fasse das gute Resultat als «Anerkennung der Bevölkerung für meine Arbeit» auf. Wichtig sei es, nach dem Ende der Coronapandemie die Einschränkungen schnell aufzuheben. Der Freisinnige findet: «Wir müssen wieder in eine liberale Gesellschaft zurückfinden.»

Thomas A. Müller (CVP) und Peter Hodel (FDP) fast gleichauf

Hinter Remo Ankli schaffte die Grüne Brigit Wyss die Wiederwahl ebenfalls mühelos. Die Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartements und frühere Nationalrätin erreichte 48'537 Stimmen. Zu einer Zitterpartie verkam der Wahlsonntag hingegen für Susanne Schaffner. Lange Zeit lag die Sozialdemokratin nur knapp über dem absoluten Mehr. Am Schluss konnte die Solothurner Gesundheitsdirektorin, die wegen Corona in den vergangenen Monaten häufig im Rampenlicht gestanden hatte, 42'733 Stimmen verbuchen.

Nicht mehr für eine weitere Amtsperiode angetreten waren die beiden langjährigen CVP-Regierungsräte Roland Fürst und Roland Heim. In ihre Fussstapfen treten wollen die beiden Christlichdemokraten Sandra Kolly und Thomas A. Müller. Parteipräsidentin Kolly klassierte sich mit 37'506 Stimmen knapp unter dem absoluten Mehr. Hinter ihr rangierte Müller, der sich im Verlauf des Sonntagnachmittags ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem FDP-Kandidaten Peter Hodel geliefert hatte. Letztlich landete Müller mit 32'536 Stimmen auf dem fünften und Hodel knapp dahinter mit 32'250 Stimmen auf dem sechsten Rang.

Der SVP misslingt der Einzug in die Regierung erneut

Weit dahinter abgeschlagen auf dem letzten Platz musste sich SVP-Kandidat Richard Aschberger mit 25'453 Stimmen begnügen. Der Volkspartei gelang es wieder nicht, in die Solothurner Regierung einzuziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man davon ausgehen, dass alle vier Nicht-Gewählten beim zweiten Wahlgang am 25. April wieder antreten. Bei der SVP stellt sich jedoch die Frage, ob dies angesichts des schwachen Resultats Sinn macht.