Mammografie
Solothurn setzt auf Brustkrebs-Früherkennung – jetzt liegt es am Kantonsrat

Jetzt liegt es am Kantonsrat, den für das Screening-Programm benötigten Kredit abzusegnen.

Noëlle Karpf
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Solothurn setzt auf Brustkrebs-Früherkennung (Symbolbild)

Solothurn setzt auf Brustkrebs-Früherkennung (Symbolbild)

Keystone

Alle zwei Jahre kommt der Brief: Frauen über 50 werden zum Mammografie-Screening eingeladen. Sie entscheiden dann selbst, ob sie den provisorischen Termin wahrnehmen wollen. Das Screening dauert fünf bis zehn Minuten, innerhalb von acht Arbeitstagen erhält die Teilnehmerin ihre Resultate. So funktioniert das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm «Donna» der Krebsliga Ostschweiz. «Donna» wird bereits in den Kantonen St. Gallen, Graubünden und Bern durchgeführt. Nun soll das Programm auch in den Kanton Solothurn kommen.

Dass der Kanton ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs braucht, wurde schon vor zehn Jahren gefordert. Erst seit diesem Jahr führt der Kanton aber auch ein Krebsregister, welches nebst Krankheitsfällen und Behandlungsmethoden die Screening-Programme beinhaltet. Das Register kann somit aufzeigen, wie erfolgreich Screening-Programme sind – und war dementsprechend eine Voraussetzung dafür, dass Screening-Programme eingeführt werden können.

Das Programm hat das Solothurner Gesundheitsamt in den letzten Monaten ausgesucht. Bei «Donna» gebe es bereits Erfahrung mit der Einführung in anderen Kantonen, heisst es in einem Regierungsratsbeschluss von Mitte Mai. Zudem erfülle «Donna» hohe Qualitätsstandards.

Kosten: 2,75 Millionen Franken

Die Kosten des Programms für die nächsten zehn Jahre belaufen sich auf 2,75 Millionen Franken. Das Gesundheitsamt soll eine Leistungsvereinbarung mit der Krebsliga Ostschweiz unterzeichnen. Zuvor muss aber der Kantonsrat – voraussichtlich im Herbst – noch dem Verpflichtungskredit zustimmen.

Es soll aber nicht nur ein Brustkrebs-, sondern auch ein Dickdarm-Krebs-Früherkennungsprogramm im Kanton Solothurn geben. Das hat der Kantonsrat vergangenen Herbst beschlossen. Aufgrund der «weitaus grösseren nationalen Erfahrung» kommt jetzt aber zuerst das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Die Umsetzung eines Programmes zur Erkennung von Dickdarmkrebs im Kanton wird noch ausgearbeitet.

Bemerkenswert: Im Baselbiet erlitt dasselbe Vorhaben im Oktober 2014 Schiffbruch, als der Landrat die Finanzierung eines Brustkrebs-Screening-Programms nach emotionaler Debatte wuchtig ablehnte. Obschon Regierung und Gesundheitskommission dafür gewesen waren und Basel-Stadt kurz zuvor das gleiche Programm eingeführt hatte, obsiegten im Baselbieter Parlament die kritischen Stimmen. (bos)

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