Coronavirus
Selbstgemachte Schutzmasken in Liestal: Ein bisschen Schutz und Lifestyle in einem

Die Nachfrage nach selbstgenähten Schutzmasken einer Basler Handilehrerin ist gross. Alleine letzte Woche hat sie 70 davon verkauft.

Rahel Koerfgen
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Ein kunterbuntes Pendant zu herkömmlichen Masken.

Ein kunterbuntes Pendant zu herkömmlichen Masken.

bz

Ihre Nähmaschine rattert fast ohne Pause. Alleine am Sonntag sass die Basler Handarbeitslehrerin Sandra Biedert 12 Stunden zu Hause vor dem Gerät und nähte. Farbenfrohe Schutzmasken aus robustem Stoff in unterschiedlichen Mustern.

Normalerweise stellt Biedert mit diesen Stoffen unter dem Label Miss Bee in ihrer Freizeit Schürzen, Haarbänder, Velosattelüberzüge oder Taschen her und verkauft diese im Laden Emmas Nichten, den sie zusammen mit drei Kolleginnen an der Amtshausgasse in Liestal betreibt. Die Coronakrise hat Biedert nun auf den Plan gerufen: «Ich las immer wieder in den Medien, dass die Schutzmasken in der Schweiz knapp sind. Da hab’ ich mir vor rund zwei Wochen gedacht, ich nähe ein paar, für meine Familie, Freunde und für mich selber.» Dies sprach sich allerdings schnell herum, und bald kamen per E-Mail, Telefon und auf der Plattform Facebook die ersten Anfragen rein.

Der Mundschutz ist wasch- und wiederverwendbar

Alleine in der vergangenen Woche hat Biedert 70 Schutzmasken auf Bestellung genäht, sie komme fast nicht mehr nach. «Ich rotiere derzeit zwischen Computer, Telefon und Nähmaschine», lacht sie. Es kämen mittlerweile laufend Bestellungen rein, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Der Kunde wählt sein Stoffmuster aus, für jeden Geschmack ist was dabei: von unifarbenen Modellen bis hin zu Totenkopf-, Blumen- oder Sterndrucken.

In erster Linie handelt es sich beim Mundschutz von «Miss Bee» also um ein Lifestyleprodukt. Biedert sagt dazu: «Es ist klar, dass meine Masken nicht mit einem Medizinalprodukt verglichen werden können. Und es ist mir wichtig, zu betonen, dass die Masken nicht vor dem Virus schützen können, aber man andere vor dem Virus schützen kann, wenn man infiziert ist.

Denn der Stoff kann durchaus einen Teil der Tröpfchen auffangen, die beim Sprechen aus dem Mund kommen.» Positiv sei auch, so Biedert, dass sie wiederverwendbar seien, weil waschbar. «Allerdings: Mehr als 40 Grad hält der Stoff nicht aus, und diese Temperatur tötet Viren und Bakterien leider nicht ab. Deshalb empfehle ich, die Maske nach dem Waschen und Trocknen in das Gefrierfach zu legen. Das Vorgehen sei zwar aufwendig, «dafür ist das Produkt nachhaltiger».

Eine Schutzmaske von Biedert kostet 13 (Erwachsene) respektive 12 Franken (Kinder) exklusive Portokosten von einem Franken. Bestellbar sind sie auf der vor einer Woche aufgeschalteten Website liestal.app, die verschiedenstes Handwerk aus dem Stedtli vereint, oder direkt per E-Mail: info@miss-bee.ch.

Disclaimer

Die Redaktion möchte hiermit betonen, dass es nicht erwiesen ist, dass die Coronaviren im Gefrierfach abgetötet werden können. Noroviren zum Beispiel können bei bis zu minus 20 Grad überleben.

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