Rundgang
Ein Blick hinter die Kulissen des Corona-Impfzentrums in Breitenbach

Ab Montag wird im Breitenbacher Griensaal auch im Schwarzbubenland in grossem Rahmen gegen das Coronavirus geimpft. Drei Tage vor der Eröffnung führten die Verantwortlichen die Medien durch die zum Impfzentrum umfunktionierten Räumlichkeiten.

Dimitri Hofer
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Im Impfzentrum Breitenbach ist alles bereit für den Start am Montag.

Im Impfzentrum Breitenbach ist alles bereit für den Start am Montag.

Kenneth Nars

Ist nicht gerade Corona, werden im Griensaal in Breitenbach rauschende Feste gefeiert oder die lokale Brass Band lädt dort zum Konzert. Während der Pandemie ist aber auch im Thiersteiner Hauptort alles ein wenig anders als sonst. Der Kanton Solothurn hat den Saal als Standort eines Corona-Impfzentrums für das Schwarzbubenland ausgewählt.

Schilder zeigen den Weg zum Breitenbacher Impfzentrum.

Schilder zeigen den Weg zum Breitenbacher Impfzentrum.

Kenneth Nars

Das Zentrum ist neben demjenigen in der Stadt Solothurn, das seit Anfang Jahr in Betrieb ist, sowie dem ebenfalls neuen Zentrum in Olten das dritte im Kanton. Am Montag gehen die beiden Impfzentren in Olten und in Breitenbach in Betrieb. Anfänglich werden im Griensaal pro Tag rund 100 Personen eine Impfung erhalten, wobei man damit die vorhandenen Kapazitäten bei weitem nicht ausschöpft.

Impfstoff reicht erst einmal für rund eine Woche

Wäre genug Impfstoff da, könnten in den Räumlichkeiten täglich rund 450 Menschen geimpft werden. «Wenn man mit diesen Zahlen rechnet, hätte man die Bevölkerung des Dorneck-Thierstein in wenigen Monaten geimpft», frohlockt der Breitenbacher Gemeindepräsident Dieter Künzli vor dem Rundgang am Freitagmittag. Wegen Lieferschwierigkeiten reicht der Impfstoff von Moderna, der zuerst geimpft wird, in Breitenbach jedoch erst einmal für rund eine Woche.

Kommt es bei der Impfung zu Komplikationen, können die Personen in einem Liegebereich versorgt werden.

Kommt es bei der Impfung zu Komplikationen, können die Personen in einem Liegebereich versorgt werden.

Kenneth Nars

In den nächsten Wochen wird der Kanton Solothurn neue Impfdosen erhalten, die dann auch in Breitenbach zum Einsatz kommen. Es sei jedoch schwierig einzuschätzen, wann genau diese eintreffen, erklärt Beat Kamber, Leiter Impfungen beim Kanton Solothurn, im Innern des Impfzentrums. Die zahlreichen Schilder draussen am Gebäude, die den Weg weisen, die Eingangskontrolle, bei der die Identität der Personen abgeklärt wird, sowie die Station, an der Fieber gemessen wird, haben wir hier bereits hinter uns gelassen.

«Die Hersteller liefern in die ganze Welt. In der Schweiz werden die Dosen vom Bundesamt für Gesundheit an die Kantone verteilt. Wir sind, wie alle anderen auch, von den Lieferanten abhängig»,

so Kamber. Ab Montag haben fürs Erste 800 Personen in Breitenbach einen Impftermin, die entweder über 75 Jahre alt sind oder als Hochrisikopatienten klassifiziert werden.

Bei jeder Person wird abgeklärt, ob sie geimpft werden kann

Der lokale Zivilschutz hat in den vergangenen Tagen dafür gesorgt, dass der Griensaal teilweise kaum wiederzuerkennen ist. In der Mitte des Saales im Untergeschoss wurden grosse Impfboxen errichtet, in denen die Spritzen verabreicht werden. Bevor die Personen die Impfung erhalten, findet eine medizinische Triage statt. Dabei wird von Ärzten untersucht, ob die Person tatsächlich geeignet ist, um geimpft zu werden. Ist die Impfung vorbei, stehen Stühle bereit, auf denen eine Viertelstunde gewartet werden muss. In einem Liegebereich ist es möglich, allfällige Komplikationen zu behandeln.

In solchen Boxen werden die Personen geimpft.

In solchen Boxen werden die Personen geimpft.

Kenneth Nars

Für Personen aus dem Schwarzbubenland, die bisher noch keinen Impftermin erhalten haben, heisst es derweil: geduldig sein. «In unserem Anmeldesystem kann man sich registrieren, auch wenn momentan nicht genügend Impfstoff verfügbar ist», sagt die Solothurner Regierungsrätin Susanne Schaffner nach dem Blick hinter die Kulissen des Breitenbacher Impfzentrums. «Sind wieder Termine verfügbar, erhält man automatisch einen zugeteilt.»

Die Solothurner Regierungsrätin Susanne Schaffner besuchte das Impfzentrum.

Die Solothurner Regierungsrätin Susanne Schaffner besuchte das Impfzentrum.

Kenneth Nars