Wahlen
Resultate der Gemeinden: Start-Ziel-Sieg für Kathrin Schweizer und Reber im Aufwind

Anton Lauber bestätigte sein Topergebnis von 2015, aber Isaac Reber bedrängte ihn hart: Der Grüne gewann die Wahl in 31 Gemeinden. Dafür wurde Thomas de Courten den Bisherigen nie gefährlich.

Bojan Stula
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Um 15.36 Uhr wurden im Landratssaal die Blumen überreicht, noch bevor die letzten Wahlergebnisse aus allen Gemeinden feststanden: Monica Gschwind, Kathrin Schweizer, Isaac Reber, Anton Lauber und Thomas Weber (von links) werden ab 1. Juli die neue Baselbieter Regierung bilden.

Um 15.36 Uhr wurden im Landratssaal die Blumen überreicht, noch bevor die letzten Wahlergebnisse aus allen Gemeinden feststanden: Monica Gschwind, Kathrin Schweizer, Isaac Reber, Anton Lauber und Thomas Weber (von links) werden ab 1. Juli die neue Baselbieter Regierung bilden.

KEYSTONE

Keine Sekunde musste SP-Regierungskandidatin Kathrin Schweizer um ihren Wahlerfolg zittern. Als Sonntagmittag um 12 Uhr die Baselbieter Landeskanzlei die ersten Resultate aus den kleinen Oberbaselbieter Gemeinden im Internet aufschaltete, war ihr SVP-Widersacher Thomas de Courten bereits um mehrere hundert Stimmen distanziert, das Regierungsrennen damit gelaufen. Nicht einmal in seiner Oberbaselbieter Wohngemeinde Rünenberg schaffte der SVP-Nationalrat den Sprung unter die ersten Fünf, was eigentlich schon alles über de Courtens missglückte Kampagne aussagt.

Ganz anders Schweizer: Als Kandidatin und selbsterklärte Vertreterin der Agglomerationsgemeinden verbuchte sie im oberen Kantonsteil starke Resultate. So belegte Schweizer in den drei Zentren Liestal, Sissach und Gelterkinden jeweils hinter Isaac Reber den zweiten Rang. In Pratteln, Birsfelden, Münchenstein, Frenkendorf sowie ihrer Wohngemeinde Muttenz schwang sie sogar obenaus. Der Anspruch der SP auf die Rückkehr in die Regierungsverantwortung wurde in diesen Wahlen von allen Bezirken und allen Kantonsteilen bestätigt.

Reber konnte einige Erfolge einstreichen

Einen hoch erfreulichen Wahlsonntag erlebte auch Sicherheitsdirektor Isaac Reber: Das amtsälteste Regierungsmitglied war in diesen Wahlkampf mit der klaren Ansage gestartet, sich nach seinem vierten Rang 2011 und dem dritten Platz 2015 «nach oben zu orientieren». Ohne ein einziges Wahlplakat aufzuhängen, machte der Sissacher Grüne lange Zeit CVP-Finanzdirektor Anton Lauber den ersten Platz streitig. In insgesamt 31 Gemeinden holte Reber am meisten Stimmen, nur um sich am Ende dem Finanzdirektor um knapp 900 Stimmen zu beugen.

Lauber seinerseits wiederholte sein Topresultat von 2015 und blieb beim Stimmentotal nur rund 500 Stimmen unter seinem Ergebnis von vor vier Jahren, als die Auswirkungen des strikten Baselbieter Sparregimes noch nicht für so viel Aufregung gesorgt hatten wie in der laufenden Legislatur.

Schwäche de Courtens bestätigte Bisherige

Die Schwäche von de Courten bedeutete gleichzeitig, dass die beiden Bisherigen Monica Gschwind (FDP) und Thomas Weber (SVP) nicht in Gefahr gerieten, ihren Sitz zu verlieren. Weber holte in sieben Oberbaselbieter Gemeinden das Topresultat, darunter in Eptingen, Roggenburg und in seinem Heimatort Buus. FDP-Bildungsdirektorin Gschwind dagegen konnte nur Diepflingen für sich entscheiden, schnitt aber gesamthaft besser ab als der SVP-Gesundheitsdirektor.

Mit 34,14 Prozent war die Stimmbeteiligung in diesem Jahr leicht höher als 2011 (33,6 %) und 2015 (33,15 %). Dabei dürfte insbesondere die hohe Mobilisierung durch die SP-Kampagne eine Rolle gespielt haben.