Psychiatrie Baselland
Jugendliche sollen im Baselbiet rasch psychologische Hilfe kriegen

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie verzeichnet in Baselland einen starken Anstieg der Fälle. Dies führte zu langen Wartelisten. Dank einer Mitfinanzierung des Kantons können nun zusätzliche Psychologinnen und Psychologen angestellt werden.

Hans-Martin Jermann
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Die Psychiatrie Baselland verzeichnet einen Anstieg der Fälle.

Die Psychiatrie Baselland verzeichnet einen Anstieg der Fälle.

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Wegen Corona hat auch bei der Psychiatrie Baselland (PBL) die Zahl der Anmeldungen zugenommen. «In der zweiten und dritten Welle haben wir in der Kinder- und Jugendpsychiatrie einen starken Anstieg schwerwiegender und komplexer Fälle erlebt», sagt PBL-CEO Barbara Schunk. Ebenfalls gestiegen sind die Anfragen im ambulanten Bereich. Jugendliche, die zuletzt um einen Termin zur Erstbehandlung ersuchten, müssen zum Teil mehrere Wochen warten.

Zusätzliche Psychologinnen und Psychologen

Die langen Wartelisten sollen nun abgetragen werden: Die Baselbieter Regierung hat knapp 600'000 Franken zur Abgeltung tariflich nicht gedeckter Kosten in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen gesprochen. Damit will die PBL laut Schunk in ihren drei Ambulatorien in Binningen, Laufen und Liestal zusätzliche Psychologinnen und Psychologen anstellen.

Die Mitfinanzierung des Kantons der ambulanten Angebote der PBL betrifft die Zeit vom 1. August 2021 bis zum 31. Dezember 2022.

«Die Regierung hat rasch und unkompliziert auf unsere Engpässe reagiert. Darüber bin ich sehr glücklich»,

sagt Schunk.

Mehr selbst gefährdete Personen

Im stationären Bereich ist die Lage ebenfalls angespannt. Im ersten Semester 2021 hat die Zahl der behandelten Personen gegenüber der Vorjahresperiode um 27 Prozent zugenommen. Höher ist zudem der Anteil sich selbst gefährdender Personen. «Die Situation hat sich auch hier verschärft», sagt Schunk.

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie sollen deshalb bei Bedarf zwei Patientinnen und Patienten mehr aufgenommen werden können. Das Personal wird aufgestockt. Im stationären Bereich muss die PBL die Zusatzleistungen allerdings aus den Tarif-Einnahmen finanzieren.

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