Petition
Liestaler Gewerbe verlangt Moratorium für höhere Parkgebühren

Keine Erhöhung der Tarife, kein Abbau oberirdischer Parkplätze, kein Leitsystem: Liestaler Gewerbe gab bei der Petitionsübergabe seine Forderungen an den Stadtrat bekannt.

Kelly Spielmann
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Stadtverwalter Marcel Meichtry übernimmt die Petition von Marcel Haldi, Fabrice Bütler und Martin Spiess (v.l.n.r.).

Stadtverwalter Marcel Meichtry übernimmt die Petition von Marcel Haldi, Fabrice Bütler und Martin Spiess (v.l.n.r.).

Kelly Spielmann

«Es ist ein historischer Moment», sagte Fabrice Bütler am Freitag in Liestal, nachdem er mit den Mitinitianten Marcel Haldi und Martin Spiess die Petition «Gleich lange Spiesse für alle» mit 5612 Unterschriften an den Stadtverwalter Marcel Meichtry überreicht hatte. Es sei eine unschöne Zeit gewesen, seit der Stadtrat die Erhöhung der Parkgebühren im Stedtli angekündigt hatte, «ein öffentlicher Schlagabtausch, der für beide Seiten unangenehm war.» Mit der Medienkonferenz, welche die Initianten nach der Übergabe durchführten, setzten sie gleich zum nächsten Schlag an. «Das hätte alles nicht sein müssen, wenn man die Gewerbetreibenden früher miteinbezogen hätte», so Bütler.

Das ist denn auch ihr Ziel: Sie wollen einen Arbeitskreis bilden, um mit der Stadt Kompromisse zu finden. Dass sich die drei Männer als Vertreter des Liestaler Gewerbes gegen die höheren Tarife und den Abbau oberirdischer Parkplätze wehren, war bekannt. Nun erklärten sie ihre konkreten Forderungen: Diese gehen über den Widerstand gegen die vier Franken Parkgebühren pro Stunde hinaus, welche der Stadtrat einführen wollte.

Lange Liste an Forderungen

Die Initianten wollen ein Moratorium für die Einführung des neuen Parkgebührenreglements; für den geplanten Abbau der Parkplätze in der Allee, die einem Stadtpark weichen und in das künftige Lüdin-Parkhaus zügeln sollen; und für den Kauf des Parkleitsystems, das Ende Jahr eingeführt werden soll. An dessen Stelle soll eines ausgearbeitet werden, das auch die oberirdischen Parkplätze miteinbezieht. Wie lange die Moratoriumsphase dauern soll, sei nun von Verhandlungen abhängig, so Bütler. Bis Ende dieses Jahres sei ein realer, aber doch sportlicher Zeithorizont.

Weiter soll die Büchelistrasse wie bisher befahrbar bleiben. Dasselbe gilt auch für die Seestrasse und die Poststrasse. Auch wünschen sie sich die Parkplätze an der unteren Rathausstrasse und im Zeughausareal zurück. Die Initianten fordern zudem eine Überarbeitung des Projekts Stadtpark, in dem die 50 Allee-Parkplätze erhalten bleiben.

Um ihre Forderungen zu untermauern, haben die Initianten eine Studie erstellt. Die Ergebnisse: In den vergangenen 15 Jahren seien in Liestal rund 300 oberirdische Parkplätze abgeschafft worden, 100 allein in der Kernzone. Somit, rechnet Marcel Haldi vor, seien etwa 15 Millionen Franken Umsatz pro Jahr verloren gegangen: Ein Parkplatz generiere ungefähr 150'000 Franken Umsatz pro Jahr, habe ihre Studie ergeben.

Geld für Gratisstunde statt Parkleitsystem

Von den sieben Parkhäusern, in die Kundinnen und Kunden mit dem Parkleitsystem gelockt werden sollen, werde aber nur das Bücheli-Parkhaus als nahe genug zum Stedtli empfunden. Dennoch stünden dort täglich zwischen 160 und 240 Parkplätze frei: Das zeige, dass man nicht bereit sei, die verlangten Preise zu zahlen.

Das Geld, das für den Kauf des Parkleitsystems ausgegeben werden soll, könne man beispielsweise auch anders nutzen, erklärte Haldi: Es könnte eingesetzt werden, um im Bücheli wieder eine Gratisstunde einzuführen, wie es sie 2017 gab, als Martin Spiess dafür Geld sammelte. Das Resultat von damals: 40 Prozent mehr Einfahrten im Parkhaus.

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