Pannenserie
Bretzwils Pech mit Wasserleitungen

Innert kurzer Zeitspanne mussten drei Lecks behoben werden. Das kostete, viel Trinkwasser versickerte.

Simon Tschopp Jetzt kommentieren
Drucken
So präsentierte sich eines der Wasserleitungslecks in Bretzwil.

So präsentierte sich eines der Wasserleitungslecks in Bretzwil.

zvg

Instandstellungskosten von gut 30'000 Franken und ein Verlust von rund 360 Kubikmetern Trinkwasser: Die Gemeinde Bretzwil war in den vergangenen Wochen gleich von drei Wasserleitungsbrüchen betroffen. Anhaltspunkte dazu gaben die SMS, die Gemeindeverwalter Rolf Schweizer jeweils erhalten hatte. Solche bekommt er, wenn ein Alarmwert erreicht ist. Will heissen: wenn der Wasserverbrauch über der Norm liegt. Sofort danach starten die systematischen Arbeiten, um die Leitungsbrüche zu lokalisieren.

Den Anfang machte ein Leck in der Fluhgasse, die folgenden zwei Brüche ereigneten sich weiter davon entfernt, aber örtlich nahe beieinander im Gebiet Rösi. Dennoch sieht Schweizer keinen direkten Zusammenhang:

«Es kann reiner Zufall sein, auch diese Häufung.»

Der erste Leitungsbruch konnte erst nach eingehenden Messungen festgestellt werden. Die Kosten für die Ortung mit auf Schiebern installierten Loggern, welche die Geräusche während der Nacht aufzeichneten, sowie die Grab- und Reparaturarbeiten beliefen sich bei diesem Ereignis auf 8000 Franken.

40'000 Liter Verlust in einer Stunde

Das zweite Leck in der Rösi war besonders schwierig zu orten. Es befand sich in einer Leitung unter der Bachsohle. Die Instandsetzung dauerte zweieinhalb Tage. Beim letzten Bruch in der Rösistrasse sprudelte das Wasser aus dem Boden. Deshalb konnte man den Schaden rasch finden und beheben. Dennoch wurde ein Verlust von 40 Kubikmetern Wasser pro Stunde registriert. Allein hier versickerten 160 Kubikmeter. Das Instandstellen dieser beiden Lecks kostete insgesamt rund 22'000 Franken.

Bretzwils Wasser stammt aus eigener Quelle. Deshalb belastet der Verlust die Gemeinde finanziell nicht, ausser die Aufbereitung. Dieser Faktor ist laut Gemeindeverwalter jedoch vernachlässigbar.

Jährliche Wasserverluste im normalen Bereich

Der 750-Seelen-Ort verfügt über ein mehrheitlich neueres Wasserleitungsnetz. Bloss zwei, drei Teilstücke sind älteren Datums, was sie anfälliger für Lecks macht. Rolf Schweizer gibt zu bedenken:

«Diese Abschnitte sind nicht so einfach zu sanieren; das ist aufwendig und geht ins Geld.»

Es sei immer ein Abwägen. Ein normaler Leitungsbruch koste 5000 bis 6000 Franken, eine Leitung ersetzen schnell 50'000 bis 100'000 Franken, rechnet er vor. Der jährliche Wasserverlust in Bretzwil beträgt gut fünf Prozent. Bis zehn Prozent gelten als normal. Dieser Wert liege nahe an ihrem Alarmwert, sagt Schweizer.

Wasserleitungsbrüche bedeuten stets auch vorübergehende Einschränkungen für betroffene Haushalte. Gemäss Gemeindeverwalter brachten die Einwohnerinnen und Einwohner für unterbrochene Wasserlieferungen grosses Verständnis auf. «Es gab keine einzige Reklamation.»

0 Kommentare

Aktuelle Nachrichten