Schneemangel 
Null Schneetage: Der Betreiber des Skilifts in Langenbruck denkt über das Ende nach

Die Lage ist ernst für Peter Hammer: Der Verwaltungsratspräsident des Skilifts in Langenbruck macht sich Gedanken über die Zukunft des Unternehmens und hofft auf ordentlichen Schneefall.

Michael Nittnaus
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Skifahren? Nicht nur in Langenbruck reine Utopie. (31.1.20)

Skifahren? Nicht nur in Langenbruck reine Utopie. (31.1.20)

Kenneth Nars

«Guten Morgen liebe Skifahrer und Snowboarder, leider haben wir zurzeit keinen Schnee und können den Skibetrieb nicht aufnehmen. Wir sind aber bereit. Beide Skilifte sind vollständig eingerichtet und das Pistenfahrzeug fahrbereit. Zusammen mit Ihnen hoffen wir natürlich, dass wir demnächst Schnee erhalten, um unseren Skibetrieb und die neue Saison zu starten. Nächster Infobericht: Morgen, 8.30 Uhr.»

Die Meldung, die Peter Hammer beharrlich jeden Tag aufs Band des Infotelefons der Skilift AG Langenbruck spricht, war die ganze bisherige Saison dieselbe. Null Schneetage verzeichnet der Verwaltungsratspräsident des bekanntesten Skilifts des Baselbiets. «Das ist Ende Januar schon aussergewöhnlich. Wir hatten bloss mal fünf bis zehn Zentimeter Schnee, aber um die Piste zu öffnen wären 25 bis 30 nötig», sagt Hammer. Vergangene Wintersaison sei man auf immerhin 25 Betriebstage gekommen. Bis in die 1980er-Jahre waren 65 Tage die Regel. «Die Lage ist ernst», hält Hammer fest.

Hütten helfen anderen Liftbetreibern über den Berg

Zu denken geben ihm die Finanzen. Die beiden Lifte Untere und Obere Wanne generieren jährliche Fixkosten von 20000 Franken. Vom vergangenen Winter habe die AG zwar noch Reserven, doch diese seien bald aufgebraucht. «Ich mache mir schon so meine Gedanken», sagt Hammer im Gespräch mit der bz.

Erstmals schwindet bei ihm der Optimismus, ohne den wohl kaum ein Skilift-Betreiber im Flachland überleben könnte. Und er sagt: «Den Betrieb endgültig einzustellen und die Skilifte abzubauen, ist eine Option.» Es gäbe dazu zwar noch keine konkreten Pläne und der Entscheid bräuchte die Zustimmung der Aktionäre, doch es sei eine der möglichen Reaktionen auf die Situation. Bei der Verabschiedung hat Hammer darum eine Bitte: «Lueget, dass d’Frau Holle ändlig schüttlet.»

Diesen Wunsch haben auch die Betreiber der anderen Skilifte der Region. Ob Föhrlimatt Wegenstetten, Schafmatt Oltingen, Staffelalp Zeglingen oder Hohe Winde Beinwil: Nirgends war diese Saison ein Lift in Betrieb. Dennoch sehen andere nicht ganz so schwarz wie Hammer. «Mitte Woche sollte es Schneefall geben. Mehr als Hoffen können wir nicht», sagt Urs Kaufmann. Der Verwaltungsratspräsident der Hohe Winde AG klagt ebenfalls, dass die Finanzen langsam zum Problem würden. 15000 Franken pro Jahr betragen die Grundkosten. Ob Beinwil renovierte das Team vergangenen Sommer eine alte Militärbaracke zu einer modernen Beiz und Festhütte. «Das bringt etwas ein», sagt Kaufmann. Ausserdem seien Junge eingestiegen, die den Skilift erhalten wollen, so der 74-Jährige.

Stefan Schreiber vom Skilift Föhrlimatt in Wegenstetten sagt: «Es wird wieder bessere Jahre geben.» Mehrere tausend Franken Fixkosten würden das Budget ins Defizit treiben. Aber auch hier hilft eine Skihütte, die gemietet werden kann. Und Schreiber sieht sogar einen Vorteil der heutigen Zeit: «Dank der modernen Kommunikationsmittel können wir viel schneller Leute mobilisieren. Hat es Schnee, läuft es sofort wie geschmiert.»

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