Muttenz
Mit Djokovic, Stocker und Weber: Rennbahnklinik feiert Jubiläum virtuell

Es hätte ein grosses Fest werden sollen, nun gab es eine Videowall: Für das 40-jährige Bestehen des bekannten Muttenzer Orthopädiespitals gratulieren über 40 Persönlichkeiten.

Kelly Spielmann
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Die neue Rennbahnklinik in Muttenz: Verletzte Sport-Stars pilgern reihenweise dorthin, um sich gesund pflegen zu lassen.

Die neue Rennbahnklinik in Muttenz: Verletzte Sport-Stars pilgern reihenweise dorthin, um sich gesund pflegen zu lassen.

Bild:Kenneth Nars

FCB-Captain Valentin Stocker erinnert sich grinsend an «den härtesten Tag seines Lebens», Novak Djokovic erzählt von seinem Aufenthalt, dass er sich wie zu Hause gefühlt habe, Benni Huggel berichtet vom Tag, als er ein Autogramm von Pirmin Zurbriggen ergattern wollte – sie und 39 weitere Persönlichkeiten aus der Sportwelt, der Politik oder der Musikszene blicken in kurzen Videobotschaften zurück in die Vergangenheit. Genauer auf ihre Erlebnisse und Aufenthalte in der Rennbahnklinik in Muttenz, die Anfang Woche ihr 40-jähriges Bestehen feierte.

In Zeiten von Corona ist ein Jubiläum eine schwierige Sache. Kein Fest, keine Party, kein gemeinsames Anstossen ist möglich. «Ohne Covid-19 hätten wir einen wissenschaftlichen Kongress und ein grosses Fest für die Mitarbeitenden und die langjährigen treuen Weggefährten der Rennbahnklinik organisiert», sagt Klinikdirektor Philip Klopfenstein. Gelöst wurde das Problem nun mit Videobotschaften: 42 Personen oder Teams haben eine solche eingeschickt, um der Klinik zum Geburtstag zu gratulieren. Einer davon ist der Baselbieter Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Thomas Weber.

Weber, im Video neben einem prominent aufgehängten Plakat für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 in Pratteln positioniert, beginnt mit dem Fakt, dass sich kaum ein Spital damit rühmen könne, Benni Huggel im Verwaltungsrat zu haben. «Wenn man sieht und liest, wer sich in der Rennbahn schon behandeln lassen hat, dann fällt einem der Kiefer runter», so der Regierungsrat. «Jo, er hänkt eim sogar uss!» Ob dies auch eine Sportverletzung sei, die man abrechnen könne, wisse er jedoch nicht.

Mit Sicherheit handelt es sich bei anderen um Sportverletzungen: Tennis-Ass Novak Djokovic beispielsweise berichtet von einer Ellenbogen-Verletzung, die in der Rennbahnklinik – wo er sich wie zu Hause fühlte – behandelt wurde. Curling-Weltmeister Markus Eggler rechnet vor, dass er fast schon so lange Patient der Klinik sei, wie es diese gibt: seit 30 Jahren. FC-Bayern-Stargoalie Manuel Neuer sagt, er wisse, dass die Klinik eine Top-Adresse sei, «ich hoffe aber trotzdem, dass ich euch als Patient nicht zu oft besuchen muss».

Läckerli bis zur Party

Stolz und demütig zugleich mache es die Klinikdirektion, dass neben den regionalen Gesichtern auch Gratulationen aus Australien oder München eingetroffen sind. Man hoffe, dass man das Fest nachholen könne – «so können wir unseren Mitarbeitenden zusätzlich für ihren grossartigen Einsatz in diesen schwierigen Zeiten danken», so Klopfenstein. Bis dahin gibts ein grosses Läckerli mit dem 40-Jahre-Sujet.

Bei einem Blick auf die kommenden Jahre ist Klopfenstein überzeugt, dass man mit dem Neubau von 2014 und der Erweiterung von 2020 für die zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen bestens aufgestellt sei. Ziel ist beispielsweise, die Tagesklinik, die vergangenes Jahr hinzukam, noch dieses Jahr in Betrieb zu nehmen. Die Coronakrise stand diesem Ziel bisher im Weg.

Nicht nur die Coronakrise macht der Klinik Probleme: «Die beiden Regierungen Basel-Stadt und Baselland wollen uns Leistungsaufträge entziehen beziehungsweise diese massiv reduzieren», so Klopfenstein. Das mache grosse Sorgen – und könnte auch Auswirkungen auf die zukünftige Zielsetzung haben.