Muttenz
Jetzt gilts ernst: Ein Vorstoss verlangt, dass der Kanton die Brücke übernimmt

Neues Kapitel im Muttenzer Brückenstreit: Der Kanton soll die Grenzacherstrasse, die über die Geleise führt, in sein Strassennetz überführen.

Benjamin Wieland
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Die Grenzacherstrasse mit der Brücke, die von Muttenz in den Hardwald und in Richtung Birsfelden führt und saniert werden muss.

Die Grenzacherstrasse mit der Brücke, die von Muttenz in den Hardwald und in Richtung Birsfelden führt und saniert werden muss.

bwi

Die SBB wollen von 2022 bis 2026 die Verbindungsbrücke zwischen Muttenz und Hardwald sanieren und sperren, was Landratsmitgliedern aus Muttenz und Birsfelden missfällt. Ein neuer Landratsvorstoss fordert jetzt vom Kanton Baselland, er solle die Brücke übernehmen. So könne er nicht nur für ein Provisorium während der vier Jahre Bauzeit sorgen, sondern auch gleich veranlassen, dass die Fahrbahn verbreitert werde. Sie ist derzeit so eng, dass es kaum Platz hat für zwei getrennte Velospuren.

Der Vorstoss ist eine Reaktion auf die Beantwortung eines früheren Vorstosses zur Brücke. Der Kanton hatte sich auf den Standpunkt gestellt, ihm seien die Hände gebunden – es handle sich bei der Grenzacherstrasse, zu der die Brücke gehört, um eine kommunale Strasse.

CVP-Landrat Simon Oberbeck hatte den jetzt vorliegenden Vorstoss bereits nach der Beantwortung angekündigt. Einreichen will ihn der Birsfelder kommenden Donnerstag.

Verbreiterung sei nicht ihre Sache, wehrten sich SBB

Oberbeck schreibt im Postulat mit dem Titel «Verbindungsbrücke Muttenz–Hardwald an Kanton», die Brücke habe grosses Potenzial als Velo- und Fusswegverbindung mit Anschluss an den Bildungscampus im Polyfeld mit FHNW und Sek II. «Damit der Kanton die Erschliessung während der Bauzeit mit einem Provisorium und einem sicheren sowie zweckmässigen Fuss- und Veloweg aktiv angehen kann, benötigt es einen expliziten Auftrag des Landrats.» Der Kanton könnte mit einer Übernahme der Grenzacherstrasse zudem Sofortmassnahmen ergreifen, etwa mit der Erstellung oder Mitfinanzierung eines provisorischen Übergangs, «vorzugsweise aus einheimischem Holz».

Die enge Brücke kann derzeit nicht als Veloroute dienen. Die SBB hatten jedoch verlauten lassen, eine Verbreiterung sei Sache von Kanton oder Gemeinde. Der zuständige Gemeinderat wiederum sagte zur bz, Muttenz könne das Projekt alleine finanziell nicht stemmen.

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