Liestal
Veränderungen bei der Elektra Baselland: Telekom-Verkauf wird geprüft

Der Fokus auf erneuerbare Energien könnte das Ende der Telekommunikation innerhalb des Energieversorgers bedeuten. Während im Angebot über Abbau entschieden wird, kommt es auf dem EBL-Areal in Liestal zum Ausbau.

Kelly Spielmann
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So soll das Areal in Liestal aussehen, wenn der Umbau fertig ist.

So soll das Areal in Liestal aussehen, wenn der Umbau fertig ist.

zvg

Die EBL stehe für Strom, Wär­me und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on – so steht es in Medienmitteilungen oder auf der Webseite des Unternehmens geschrieben. Doch der Slogan könnte sich bald ändern: Denn die EBL prüft derzeit den Verkauf der Sparte Telekom, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Man prüfe eine Fokussierung auf die Geschäftsbereiche mit erneuerbaren Energien und Netz, begründet EBL-Chef Tobias Andrist den Entscheid auf Anfrage. Seit dem Jahr 2000 betreibt EBL die Sparte Telekom, sie hat in rund 200 Gemeinden der Schweiz Telekom-Netze.

Während an der Delegiertenversammlung im Jahr 2019 noch von «Forciertem Telekomvertrieb und Netzausbau» die Rede war, scheint sich die Lage nun gewendet zu haben. Die Telekom-Einnahmen der EBL sinken leicht: Waren es 2017 noch 39,5 Millionen, kommt das Unternehmen 2020 nur noch auf rund 35 Millionen Franken. Derzeit mache die Sparte Telekom einem Umsatzanteil von rund 13 Prozent aus, sagt Andrist.

Derweil wachsen andere Bereiche des Geschäfts. «Unsere starken Wachstumsbereiche sind Stromvertrieb, Stromproduktion und Wärmeversorgung. Diese stützen sich auf ein sehr stabiles Stromnetz-Geschäft», sagt Andrist.

Allerdings prüft die Firma nicht nur den Verkauf. Denkbar sind auch Anpassungen am Geschäftsmodell. Ob es zum Verkauf kommt oder nicht, Veränderungen stehen also bei der EBL bevor. Andrist: «Das ist eine Herausforderung und wir müssen uns neu organisieren. Der Grossteil der Unternehmung ist davon aber nicht betroffen.»

In Liestal wird umgebaut

Neben Veränderungen im Geschäft kommt es derzeit auch zu baulichen Neuerungen. Das Unternehmen investiert 43,5 Millionen Franken die Entwicklung ihres Areals in Liestal. In einem ersten Schritt wird ein neues Verwaltungsgebäude gebaut, womit das Unternehmen noch im Frühling dieses Jahres beginnen will.

Das neue Verwaltungsgebäude ist jedoch nur ein der Teil der ersten Phase der Überbauung. Ebenfalls im Frühling soll die Sanierung des Maschinengebäudes in Angriff genommen werden, aus welchem später eine öffentlich zugängliche Event-Location mit Auditorium werden soll. Im Anschluss folgt der Neubau des Lager- und Werkstattgebäudes. In diesem entstehen unter anderem Büroräumlichkeiten für eine neue Netzleitstelle.

Die zweite Phase des Ausbaus soll schliesslich 2024 beginnen. Ab dann wird das Magazingebäude grundlegend modernisiert. Die EBL setze mit dem Ausbau in Liestal den Bedarf nach mehr Raum um, wie Tobias Andrist sagt. Andere Standorte würden deswegen nicht geschlossen.

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