Breitenbach
Kurz nach der Eröffnung wird der Lüsselpark abends wieder abgeriegelt – schuld sind Vandalen

Zerschlagene Flaschen, Feuer auf dem Betonboden und herumliegender Abfall im Lüsselpark. Nach einer wilden Feier werden Konsequenzen gezogen: Die Polizei patrouilliert im Breitenbacher Vorzeigequartier und der Zutritt zum Park wird beschränkt.

Dimitri Hofer
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Das Vorzeigeprojekt von Breitenbach wurde in den letzten Tagen Opfer von Vandalismus.
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Im Neubaugebiet wurde unter anderem auf einer Betonfläche ein Feuer entfacht.
Als Konsequenz ist der Park ab 21 Uhr für Unbefugte nicht mehr zugänglich.
Vandalismus in Breitenbach

Das Vorzeigeprojekt von Breitenbach wurde in den letzten Tagen Opfer von Vandalismus.

Juri Junkov

Es scheint fast so, als hätten sie nur darauf gewartet, dass der Lüsselpark für die Öffentlichkeit zugänglich wird. Kurz nachdem das neue Quartier in Breitenbach vor einem Monat eröffnet worden war, kamen bereits unerwünschte Gäste aufs Gelände. Vandalen suchten das Areal der ehemaligen Isola-Werke heim und hinterliessen eine Spur der Verwüstung.

Von zerschlagenen Flaschen, Zigarettenstummeln und Abfällen in der Lüssel sowie an deren Ufer berichtet Daniel Allemann. Der Geschäftsführer des Investors, der Immobilien Lüssel AG, ärgerte sich in den vergangenen Tagen masslos.

Rund zehn Personen nutzten den Lüsselpark in der Nacht, um dort gemeinsam wild zu feiern. «Manche sind gar auf die Idee gekommen, auf dem Betonboden der Uferpromenade ein Feuer zu entfachen», sagt er. Festgehalten wurde alles von mehreren Überwachungskameras. Die Aufnahmen zeigen auch einige Menschen beim wilden Urinieren. «Wir wollen solche Leute nicht bei uns haben und werden dem Herr werden», ist er überzeugt. Entweder man zeige jetzt Flagge oder man werde solche Personen nicht mehr los.

Kein Zutritt mehr in der Nacht

Als Folge der Vandalenakte wird der Lüsselpark künftig ab 21 Uhr abends für Unbefugte nicht mehr zugänglich sein. Zudem werde die Polizei patrouillieren. «Mit diesen Massnahmen möchten wir sicherstellen, dass Kinder nicht in Scherben spielen müssen.»

Die breite Bevölkerung solle die Natur geniessen können, erklärt Allemann. Denn das sei das Ziel des Quartiers: ein Begegnungsort für die Breitenbacherinnen und Breitenbacher zu werden.

Seit der Eröffnung sei das Ufer der Lüssel von vielen genutzt worden, um sich dort zu erholen und zu entspannen. Der renaturierte Dorfbach befindet sich im Zentrum des neuen Gemeindequartiers der 4000-Einwohner-Ortschaft. An den Ufern entstanden eine neue Coop-Filiale sowie einige Wohneinheiten.

Allemann bedauert sehr, dass die vernünftige Mehrheit nun für die Vergehen einer Minderheit die Konsequenzen tragen müsse. Trotz der negativen Erfahrungen betont er den grundsätzlichen Erfolg des Lüsselparks. Die neu eröffnete Coop-Filiale, die rund ein Drittel grösser ist als die bisherige, habe nur positive Reaktionen hervorgerufen. Im Herbst geht zudem im Quartier eine Filiale der Raiffeisenbank auf, die bisher in Breitenbach noch nicht vertreten war. Im November ziehen die ersten Mieter in die insgesamt 53 Wohnungen ein.