Birsfelden
Klare Absprachen bereiten dem Streit ums Biotop nun ein Ende

Seit zwei Jahren stritten sich Birsfelder Naturschützer und das Kraftwerk wegen des Biotops. Nun haben die beiden Parteien den Streit beigelegt. Die Natürschützer werden weiter um die Biotope kümmen, zwischen beiden gibt es neu aber Absprachen. .

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Biotop in Birsfelden.

Biotop in Birsfelden.

bz Basellandschaftliche Zeitung

«Wir schauen zusammen in die Zukunft.» «Die Zusammenarbeit war stets konstruktiv.» Die Voten zur neuen Vereinbarung fürs Biotop Birsfelden waren zwar Floskeln, setzten aber dennoch den symbolischen Schlusspunkt unter die Kontroverse, die vor zwei Jahren zwischen Naturschützer und Kraftwerk zu Verstimmungen führte.

In der Sache selbst hat sich nicht viel verändert. Die Birsfelder haben weiterhin ihr Naherholungsgebiet bei der Kraftwerkschleuse. Der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden wird sich weiterhin um die eigentlichen Biotope kümmern: Teich, Hecken und Wiese. Was aber neu ist, sind gewisse Absprachen, wer für was zuständig ist. Und diese Abmachung ist der offizielle Grund, weshalb Gemeinde, Naturschutzverein und Kraftwerkbetreiber heute Donnerstag ins Biotop zur Medienkonferenz luden. Anwesend waren unter anderem Sascha Jäger (Direktor Kraftwerk Birsfelden), Gemeinderat Jürg Wiedemann sowie drei Vertreter des Natur- und Vogelschutzvereins Birsfelden.

Klare Aufgabenteilung

Neu übernimmt die Gemeinde den Unterhalt von Weg, Zaun, Froschbrunnen, Abfallbeseitigung und Winterdienst. Dafür zahlt die Kraftwerk Birsfelden AG der Gemeinde 5600 Franken im Jahr. Und die Naturschützer übernehmen ihre Schutzaufgaben, pflegen ihre Website und bieten Führungen durchs Biotop am Stausee an. Dafür bekommt der Verein, der weiterhin viel Frondienst leisten wird, immerhin eine Pauschale von 2500 Franken. Zudem bildet die Gemeinde Rückstellungen von 1000 Franken pro Jahr, etwa für eine Teichsanierung.

Scheinbar wurden die Parteien bereits Ende 2012 einig. Dieses Jahr ist aber lediglich ein Probejahr. Offensichtlich eine reine, politisch motivierte, Formalität. Denn, wenn der Schein nicht trügt, sind alle so glücklich mit dieser Lösung, dass diese auch 2014 weitergeführt wird.

Längerfristig ist das Biotop jedoch nicht sicher. Die Parzelle ist nach wie vor im Besitz der Kraftwerkbetreiber. Diese halten sich immer noch die Option offen, auf dem Boden eine zweite Schleuse zu bauen oder das Kraftwerk zu erweitern. Die sei aber mindestens für die nächsten zehn Jahre kein Thema, bestätigt der Kraftwerkdirektor Sascha Jäger. (jho)