Dornach
Handtaschen, Caipirinha oder Zahnarzt-Utensilien: Beim «Portiunggeli» gibt es für den jeden Geschmack etwas

Auch in diesem Jahr lockte der Portiunkula-Markt in Dornach Hunderte von Besuchenden an.

Alan Heckel
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Das «Portiunggeli» ist das beliebteste jährlich wiederkehrende Fest im Schwarzbubenland.
25 Bilder
Die kleine Bianca mag ihre Zuckerwatte.
Schau mal Sohnemann, wenn du gross bist ...
Es scheint zu schmecken.
Das Spanferkel ist bereit zum Verzehr.
Ob es der Liebsten gefällt, scheint sich dieser Besucher zu fragen.
Junge Familien prägen am Portiunkula-Markt das Bild.
Portiunkula-Markt 2017 in Dornach
Kurios: Interessenten von Zahnarzt-Utensilien kommen am «Portiunggeli» auf ihre Kosten.
Knoblibrot und Hot Dog à discretion
Vorsorge für ein allfälliges Regenschauer
Karussellfahren gefällt den Kleinen
Kritisch werden die Zahnarzt-Instrumente beäugt.
Messer aller Art gibt es an diesem Stand zu erstehen.
Treffer!

Das «Portiunggeli» ist das beliebteste jährlich wiederkehrende Fest im Schwarzbubenland.

Nicole Nars-Zimmer niz

Auf den ersten Blick ist es zwischen dem Dornacher Bahnhof und der Birsbrücke nicht anders als an anderen Märkten. Je nach Verpflegungsstand ändert sich der Duft, der in die Nase strömt, doch die angebotenen Artikel ähneln sich. Von Badezimmerartikeln über Handtaschen bis hin zu Schnullerketten ist alles in reichlicher Anzahl vorhanden. Für die Kleinen gibt es die üblichen Minion-Ballons und Plüsch-Emojis. So weit, so normal.

Namensgebung: Am Anfang waren die Pilger

Das Portiunkula-Fest ist kirchlichen Ursprungs und ging aus der Verbindung zum früheren Kapuzinerkloster in Dornachbrugg hervor. Portiunkula war eine kleine Kirche in Assisi, die Mutterkirche des Franziskanerorderns, zu der die Gläubigen aus nah und fern anreisten, um den Portiunkula-Ablass zu erhalten. Weil sich die Pilger nach dem Gottesdienst verpflegen und andere Dinge erledigen wollten, entstand daraus das weltliche Fest.

Seit wann der Portiunkula-Markt in der jetzigen Form in Dornach existiert, ist gemäss der Gemeinde-Homepage nirgendwo festgehalten. «Doch mögen sich älteste Einwohner zu erinnern, dass der Markt schon in ihren Jugendjahren bestanden hat.»

Aus dem Rahmen fällt nur der Stand der Firma Heiko Wild, an dem neben nicht alltäglichen Hygiene- und Kosmetikwerkzeugen unter anderem auch zahnmedizinische Instrumente angeboten werden. «Es ist nicht ungewöhnlich, das, was ich verkaufe, als ungewöhnlich zu bezeichnen», grinst Michl Rauer. Der Standbetreiber aus Wetzikon kommt seit 2011 «immer wieder gerne hierher», weil er neben der üblichen Laufkundschaft mittlerweile auch Stammkunden hat.

Was am dreitägigen Portiunkula-Markt in Dornach am Wochenende ebenfalls ins Auge sticht: Fast niemand ist allein unterwegs. Junge Familien prägen am Sonntagvormittag das Bild, aber auch sämtliche Menschen aus anderen Altersklassen scheinen in Gespräche verwickelt zu sein – mit Standbetreibern, Freunden oder Leuten, die sie soeben getroffen haben. Als Besucher wird einem jedenfalls nach wenigen Minuten klar, weshalb das «Portiunggeli» das beliebteste jährlich wiederkehrende Fest im Schwarzbubenland ist und auch ein paar Kilometer weiter einen guten Ruf hat.

Markt ist «Pflichtprogramm»

«Klar war uns der Portiunkula-Markt ein Begriff», sagen etwa Christa Frömcke aus Gelterkinden und Aisha Kästli aus Reinach. Die zwei jungen Frauen besuchen den Anlass erstmals gemeinsam, wollen einfach mal «rumstöbern» und sind auch bereits fündig geworden. «Ich habe ein paar schöne Sachen gesehen», meint Kästli vielsagend. Ihrer Arbeitskollegin geht es genauso, allerdings bedauert sie, mit dem Auto nach Dornach gefahren zu sein. «Ansonsten hätte ich definitiv einen Abstecher zum Caipirinha-Stand gemacht.»

Wenn es so etwas wie eine typische Portiunkula-Fest-Besucherin gibt, dürfte es Maria Benz sein. «Ich komme jedes Jahr an mindestens zwei Tagen vorbei», sagt die Pfeffingerin, die nicht nur ihre beiden Kinder, sondern auch ihre vierjährige Nichte aus Spanien im Schlepptau hat. Der Anlass sei quasi «Pflichtprogramm» für Leute aus der Gegend, entsprechend viele Bekannte treffe man hier. «Gestern habe ich aus diesem Grund über eine halbe Stunde gebraucht, um von einem Ende zum anderen zu kommen.»

Und was macht diesen Traditionsanlass so speziell? Maria Benz erklärt: «Man kann prima ‹lädele› und gleichzeitig die Kinder kurz allein lassen, weil der Markt nicht allzu gross ist.» Der Benz-Nachwuchs hat die Affinität für das «Portiunggeli» jedenfalls geerbt. «Sie haben ihr ganzes Taschengeld hier ausgegeben!»