Biel-Benken
Gegner chancenlos: An der «Löli-Mauer» wird nicht gerüttelt

Die «Löli-Wand» in Biel-Benken wird in diesen Wochen fertig gestellt. Proteste eines Aktionskomitees fanden kein Gehör. Die über sechs Meter hohe Lärmschutzwand kann nicht geschleift werden - ihre Gegner geben aber nicht auf

Benjamin Wieland
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Mauer des Anstosses: Die «Löli-Wand» (Zustand Dezember).

Mauer des Anstosses: Die «Löli-Wand» (Zustand Dezember).

Kenneth Nars

In diesen Wochen wird sie fertig gebaut, die «Löli-Wand», ein Lärmschutzbauwerk am östlichen Ortseingang von Biel-Benken. Die Wand heisst natürlich offiziell nicht so. Den Namen hat ihr ein Aktionskomitee verliehen, in Anlehnung an den angrenzenden Löliwald.

Seit Kurzem müssen sich die Mitglieder des Aktionskomitees selber wie Lölis vorkommen. Das Komitee verlangt, dass die Gemeinde zumindest einen Teilrückbau der über sechs Meter hohen und 120 Meter langen Wand prüft. Der Gemeinderat teilt in der jüngsten Ausgabe der «Dorf-Zytig» jedoch mit, dass «ein vollständiger oder teilweiser Rückbau der Lärmschutzwand eindeutig nicht infrage kommt». Das habe eine Befragung der Wohneigentümer ergeben, die von der Wand vor Lärm geschützt werden.

Enteignung wäre notwendig

Die Wand ist Teil der Neubausiedlung «Bellavista» mit 30 Eigentumswohnungen. Der Gemeinderat schrieb Anfang Jahr alle bekannten Eigentümer an, ob die Dimension der Wand verhandelbar sei. «Es gab solche, die unseren Geisteszustand angezweifelt haben», berichtet Gemeindepräsident Peter Burch. Für ihn sei nach der Befragung klar: An der Mauer kann nicht mehr gerüttelt werden. Eine Enteignung wäre unverhältnismässig und gerichtlich kaum umzusetzen.

Das Aktionskomitee «Nie wieder eine Löliwand!» oder «Dorfbild quo vadis?» bedauert das Vorgehen des Gemeinderats. Die Mitglieder bekämpfen die «Monstermauer», wie sie diese auch nennen, seit deren Dimensionen sichtbar geworden sind. Dazu Sprecher Beat Huggenberger: «Es wird von vornherein eine Diskussion verunmöglicht. Eine Kommunikation findet nicht statt.» Huggenberger hätte gerne mehr Details über die Befragung in Erfahrung gebracht. Denn die Art der Fragestellung könne das Resultat beeinflussen. Und: «Es muss doch möglich sein, zumindest über die Gestaltung der oberen drei Meter der Wand Einfluss zu nehmen.»

Anträge bleiben im Raum stehen

Trotz des «Njet» vonseiten des Gemeinderats: Der Rückbau ist nicht ganz aus der Welt geschafft. Denn die zwei Vorstösse, die das Komitee an der Gemeindeversammlung im Dezember eingereicht hatte, stehen noch immer im Raum. Einer der beiden Anträge verlangt die Prüfung eines Rück- oder Teilrückbaus – mit dem anderen soll in der Zonenvorschrift Siedlung festgehalten werden, dass derartige Bauwerke nicht mehr möglich sind.

An der auf den 27. März angesetzten Gemeindeversammlung hätten die beiden Anträge für erheblich erklärt werden sollen. Doch das ist gar nicht möglich. Der Gemeinderat teilte in der jüngsten Ausgabe der «Dorf-Zytig» ebenfalls mit, dass die «Gmeini» abgesagt ist – mangels Traktanden und weil den zwei Anträgen bereits Rechnung getragen worden sei.

Im hinteren Teil der «Zytig» ruft das Komitee die Biel-Benkemer dazu auf, die Versammlung zu besuchen und die Anträge für erheblich zu erklären. Dazu Gemeindepräsident Burch: «Falls hier Missverständnisse entstanden sind, bedauern wir dies. Dass die Versammlung abgesagt wird, wussten wir jedoch erst wenige Tage vor Redaktionsschluss. Deswegen kam es zu diesem Widerspruch.»

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