SBB
Fahrplanwechsel bringt Verbesserung: Bis Ende Jahr sollen wieder mehr Züge im Baselbiet fahren

Die SBB reduzierten wegen Corona ihr Angebot. Nach und nach wurde dieses wieder ausgebaut. Nicht aber im Baselbiet: Dort verkehrten die drei Nacht-S-Bahnlinien lange als Bahnersatzbusse. Nun zeigt das Eingreifen der Regierung Wirkung.

Drucken
Teilen
Auch nach dem Shutdown fuhren viele Züge nicht mehr wie gewohnt. (Symbolbild)

Auch nach dem Shutdown fuhren viele Züge nicht mehr wie gewohnt. (Symbolbild)

KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Beim Shutdown in der ersten Coronawelle reduzierten die SBB ihr Angebot auf einen Grundbedarf. In diesem Zusammenhang wurde auch das regionale ÖV-Nachtnetz eingestellt. Nach der Wiedereröffnung der Bars und Clubs wurde das Nachtangebot in der Region schrittweise wieder hochgefahren. Allerdings verkehrten die drei Nacht-S-Bahnlinien ab Basel SBB ins Ergolztal, ins Laufental und ins Fricktal bis zum 16. August als Bahnersatzbusse von Postauto anstatt der gewohnten SBB-Züge.

SP-Landrat Jan Kirchmayr forderte in einem Vorstoss eine Antwort von der Regierung, weshalb diese Einschränkung im ÖV-Angebot so lange bestehen blieb. Denn für die Benutzer der Nachtlinie bedeutete die Umstellung eine starke Zeiteinbusse. Begründet hatten die SBB die Umstellung auf Busse mit einem vorübergehenden Mangel an Lokführern.

Umstellung von Zug auf Bus grundsätzlich rechtens

Zudem wirft Kirchmayr auch die Frage nach der Einstellung des «Läufelfingerli» auf. Auch dort kam es wegen Lokführermangels zu einem Umstieg auf Ersatzbusse. Kirchmayr stellte in Frage, ob die Reduktion und die Verschlechterung des Angebotes, so wie dies die SBB beim Nachtnetz gemacht haben, überhaupt rechtens sei. Ausserdem forderte er vom Regierungsrat eine Antwort, was der Kanton unternehmen könne, um zu verhindern, dass sich die momentanen Unterbestände beim Lokpersonal nachteilig auf die Region Basel auswirken.

Die Baselbieter Regierung schreibt in ihrer Antwort, dass die Umstellung von Zug auf Bus rechtens ist. Denn: «Die Transportunternehmen sind berechtigt, ihre Transportleistung bis zu einem Jahr mit einem anderen als in der Konzession vorgesehenen Verkehrsmittel zu erbringen.» Bezüglich Lokführermangel habe die Regierung Verbesserungen bei den SBB gefordert.

Diese habe in Aussicht gestellt, dass sich die Situation in der Nordwestschweiz spätestens mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 verbessern wird. Deshalb will die Regierung nicht weiter intervenieren. Der Regierungsrat könne sich indes vorstellen, mit den SBB Qualitätsziele zu vereinbaren. (bz)