Rücktritt
Dornacher Gemeindepräsident Christian Schlatter nimmt den Hut

Nach neun Jahren im Amt erklärt Christian Schlatter seinen Rücktritt als Gemeindepräsident von Dornach. Sein Entscheid hängt mit dem Dornacher Urnengang vom Sonntag zusammen.

Dimitri Hofer
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Tritt zurück

Tritt zurück

Nicole Nars-Zimmer

Einen Tag, nachdem sich die Stimmbevölkerung von Dornach an der Urne für die Abschaffung des Präsidialsystems aussprach, stellt der Gemeindepräsident sein Amt zur Verfügung: Christian Schlatter (Freie Wähler) erklärte am Montag in einer Mitteilung, per sofort als Gemeindepräsident der 6800-Einwohner-Ortschaft zurückzutreten. Die Arbeit als Verwaltungsleiter, die er im Präsidialsystem ebenfalls innehatte, werde er noch bis zum Ende der Legislatur im Sommer weiterführen.

Am Sonntag entschieden sich die Dornacherinnen und Dornacher, auf die nächste Wahlperiode vom Präsidial- zum Ressortsystem zu wechseln. Im Gegensatz zu den allermeisten Gemeinden in der Region Basel war der Dornacher Gemeinderat bis anhin im Präsidialsystem organisiert. Dieses System hatte zur Folge, dass der Gemeindepräsident sämtliche Geschäfte alleine verantwortete. Mit der am Sonntag genehmigten Änderung einher geht die Reduktion des Pensums des Dornacher Gemeindepräsidenten von 100 auf 50 Prozent in der nächsten Legislatur, die am 1. Juli 2021 beginnt.

In Dornach ist Spannung zu erwarten

Mit der Einführung des Ressortsystems sei das Wahlversprechen, mit dem er vor neun Jahren angetreten war, eingelöst worden, teilte Schlatter mit. «In der Logik dieses Erfolgs» stelle er sein Amt zur Verfügung. Inwiefern die Pensumsreduktion seinen Entscheid beeinflusst hat, muss vorerst offen bleiben. Für weitere Auskünfte stand Christian Schlatter am Montag nicht zur Verfügung.

Auch ob sein Enscheid mit den andauernden Streitigkeiten im Dornacher Gemeinderat zusammenhängt, bleibt noch unklar. Die neunköpfige Exekutive der Schwarzbuben-Gemeinde ist bei vielen Geschäften gespalten: Auf der einen Seite das linke Lager um Gemeindepräsident Schlatter, auf der anderen der bürgerliche Block um Vizepräsident Daniel Müller (FDP). Immer wieder wurde dem Gemeindepräsidenten von seinen Kollegen unkollegiales und autoritäres Verhalten vorgeworfen.

Im April werden in sämtlichen Gemeinden im Schwarzbubenland die Gemeinderäte neu gewählt. In Dornach versprechen die Wahlen durch dem Rücktritt des langjährigen Gemeindepräsidenten besonders spannend zu werden.