Guggenmusik
Die Toten Hosen stürmen die Baselbieter Guggen-Hitparade

Was wir an der Fasnacht hören, ist meist eine Mischung letztjähriger Rock-Hits und Klassiker. Jedes Jahr nehmen die Guggen drei bis vier neue Stücke in ihr Repertoire auf. Doch nicht alle Hits lassen sich covern.

Leif Simonsen und Martina Gaugler
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Die Guggenmusiken geben bei den Fasnachtsumzügen alles. (Archiv)

Die Guggenmusiken geben bei den Fasnachtsumzügen alles. (Archiv)

Kenneth Nars

Klar: Je länger der Fasnachtsabend wird, desto mehr wird die Musik zwischen Weisswein und Wurst zur Nebensache. «Musik?», werden Sie als Laie entgegnen, «was die Fasnächtler mir um die Ohren blasen, verdient nicht mal das Prädikat Lärm.» Es lässt sich natürlich nicht abstreiten, dass auch bei den Fasnächtlern die musikalischen Leistungen unter zunehmendem Weissweinkonsum leiden. Der Blick hinter die Kulissen zeigt aber: Bei der Vorbereitung auf die Fasnacht wird bei den Baselbieter Guggenmusiken nichts dem Zufall überlassen.

Alles beginnt bei der Auswahl der Songs. Schon kurz nach der Fasnacht wird die Setlist fürs kommende Jahr zusammengestellt. Im Schnitt werden drei oder vier neue Lieder ins Programm aufgenommen, andere gestrichen. Weil die Amateur-Musiker oft nur einmal in der Woche üben können, müssen die Hits früh genug ins Repertoire aufgenommen werden – auch deshalb hinken die Guggenmusik-Formationen der aktuellen Hitparade meist ein bisschen hinterher.

Nicht alle Hits lassen sich covern

Eine bz-Stichprobe bei den Baselbieter Guggenmusiken zeigt: Rocksongs stehen als Covervorlage hoch im Kurs. 77 Bombay Street mit ihrem Ohrwurm «Up In The Sky» findet sich im Repertoire fast jeder zweiten Guggenmusik, ebenfalls beliebt ist «Hollywood Hills» von Sunrise Avenue. Das unbestritten meistgespielte Lied an der diesjährigen Fasnacht ist aber der grosse Tote-Hosen-Hit «Tage wie diese».

Welche Lieder es in die Setlist schaffen, bestimmt bei den meisten Formationen eine eigene Musikkommission. Es eignen sich dabei nicht alle Hitparadenstürmer. Bei der Hofstetter Kult-Gugge Glori-Moore wurde zuletzt beispielsweise «Patience» von Take That aus dem Programm gestrichen. «Der zog einfach zu wenig», sagt Tambour-Major Mario Meier.

Gelegentlich entscheide man sich aber auch, Klassiker aus dem Programm zu streichen. «Wann wirds mal wieder richtig Sommer?» sei zwar ein beliebtes Lied gewesen. Aber irgendwann hätten es die Kollegen satt, die immer gleichen Stücke zu spielen.