«Schwarzbueb»
Der Heimatkalender erscheint seit fast einem Jahrhundert: «Buch soll den Leuten den Spiegel vorhalten»

Im Herbst landet er in vielen Haushalten: «Dr Schwarzbueb». Seit drei Jahren gibt Klaus Fischer zusammen mit dem Autor Thomas Brunnschweiler den Heimatkalender heraus. Der ehemalige Solothurner Regierungsrat und Historiker aus Hofstetten erzählt, wie es um das Jahrbuch steht.

Dimitri Hofer
Merken
Drucken
Teilen
Die aktuelle Ausgabe steht unter dem Hauptthema Freizeit.

Die aktuelle Ausgabe steht unter dem Hauptthema Freizeit.

Melanie Brêchet

Als der Nunninger Dichter Albin Fringeli im Jahr 1923 die erste Ausgabe des «Schwarzbuebs» herausgab, war die Welt eine andere. Wieso braucht es den Heimatkalender heute noch?

Klaus Fischer: Gründer Fringeli schrieb bei der ersten Ausgabe, dass das Jahrbuch ein Werk für das Volk sein soll. Es soll den Menschen den Spiegel vorhalten und die heimatliche Scholle pflegen. Mit dem Kalender möchten wir auch heute noch die Stärken und Besonderheiten des Schwarzbubenlands und des Laufentals hervorheben.

Zeitungen haben mit Auflagenschwund zu kämpfen. Wie sieht es bei Ihrer Publikation aus?

Die Auflage nimmt ab und beträgt derzeit 3400 Exemplare. Im Jahr 2000 waren es noch rund 6000 Stück gewesen. Wegen Corona verzichten wir in diesem Jahr auf einen Hausverkauf. So wurden jeweils zwischen 1200 und 1400 Exemplare verkauft. Sonst kann man das Jahrbuch an Kiosken, in Läden und auf Gemeindeverwaltungen kaufen. Das Publikum des Buchs sind traditionell wohl eher ältere Menschen.

Die kürzlich erschienene neue Ausgabe beschäftigt sich in vielen Texten mit dem Thema Freizeit. Welche Angebote in der Region sind Ihnen dabei aufgefallen, die Sie überrascht haben?

Es war wichtig, dass die Autoren auch Ausflugsziele vorstellen, die der Allgemeinheit nicht so geläufig sind. Es gibt mehrere Lehrpfade im Schwarzbubenland und im Laufental, die grössere Bekanntheit verdient hätten. Dass man in Hofstetten eine wunderbare romanische Kapelle besichtigen kann, wissen viele noch nicht. Auch diese Ausgabe enthält eine Chronik mit Ereignissen, welche die Region in den vergangenen Monaten geprägt haben.

Die nächste Ausgabe des «Schwarzbuebs» wird die 100. sein. Was haben Sie zum Jubiläum geplant?

Ich blättere oft in alten Ausgaben. Bei diesen handelt es sich um ein wertvolles Archiv für die Geschichte der Region. Für das Jubiläum ist geplant, alle Ausgaben zu digitalisieren.

Wie denken Sie, wird die Zukunft Ihres Heimatkalenders aussehen?

Es ist so, dass solche Kalender nicht mehr so verbreitet sind. Durch die Digitalisierung erhoffen wir uns, jüngere Leser anzusprechen. Wir geben uns Mühe, Themen zu wählen, die attraktiv und nicht altbacken sind.

Dr Schwarzbueb wird von der CH Regionalmedien AG herausgegeben. Diese gehört wie diese Zeitung zum Unternehmen CH Media.