Birs Golf
Der einzige Golfplatz des Baselbiets ist gerettet - vorerst

Die Anlage Birs Golf in Zwingen bleibt geöffnet. Das Unternehmen braucht aber dringend neue Geldgeber.

Dimitri Hofer
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Die Golfanlage Birs Golf in der Laufentaler Gemeinde bleibt für das nächste halbe Jahr geöffnet. (Symbolbild)

Die Golfanlage Birs Golf in der Laufentaler Gemeinde bleibt für das nächste halbe Jahr geöffnet. (Symbolbild)

Es ist eine gute Nachricht für die Golferinnen und Golfer der Region: Auch in den nächsten Monaten können sie ihre Schläger einpacken und nach Zwingen fahren. Die Golfanlage Birs Golf in der Laufentaler Gemeinde bleibt für das nächste halbe Jahr geöffnet. Wie es nachher weitergeht, steht in den Sternen.

Ob der einzige Golfplatz des Baselbiets überhaupt das Jahr 2020 erleben wird, war lange ungewiss. Die Betreibergesellschaft Birs Golf AG ist hochverschuldet. Am vergangenen Mittwoch wurde nun vom Baselbieter Zivilkreisgericht eine definitive Nachlassstundung bewilligt. Das Unternehmen und die Gläubiger haben nun während eines halben Jahres Zeit, einen Nachlassvertrag auszuhandeln. Solange bleibt die Anlage offen.

Ein Privatinvestor verlangte sein Darlehen zurück

Bei einem Nachlassvertrag wird das Kapital einer Aktiengesellschaft abgeschrieben und neu aufgestockt. Man einigt sich dann auf einen Schuldenschnitt. Die Gläubiger erhalten somit weniger Geld zurück, als ihnen zustehen würde. Kommt es hingegen zu keinem Nachlassvertrag, muss das Unternehmen Konkurs anmelden und die Kreditoren gehen völlig leer aus.

Für die Realisation der Golfanlage investierte die Birs Golf AG einst knapp fünf Millionen Franken, Geld, das sie von Investoren erhielt. Einer der Investoren bestand aber auf die Rückzahlung des Darlehens. Da es der AG nicht möglich war, die Rückzahlung zu leisten, wurde eine gerichtliche Nachlassstundung beantragt.

Die Betreiber benötigen eine siebenstellige Summe

Um einen Nachlassvertrag aushandeln zu können, braucht die Birs Golf AG neues Kapital. «Wir benötigen Investoren, die Geld einschiessen», sagt Urs Baumann. Der Treuhänder vertritt das Unternehmen als Sachwalter und handelt mit den Gläubigern den Vertrag aus. «Es gibt bereits drei Interessengruppen, die erklärt haben, eine Investition zu prüfen.»

Er sei zuversichtlich, dass es gelingt, sich auf einen Nachlassvertrag zu einigen, erklärt Urs Baumann. Wie viel Geld es braucht, will er allerdings nicht genauer definieren. «Die Summe wird sicher siebenstellig sein.» An der Gläubigerversammlung im April werde man über den neuesten Stand informieren.

Sachwalter Urs Baumann zeigt sich überzeugt, dass auch im Sommer in Zwingen Golf gespielt werden kann. «Es wäre unseren treuen Mitgliedern zu gönnen.» Er habe sehr viel Goodwill aus der Golferschaft gespürt.