Corona
Hilfe in Pandemie-Notlagen: Caritas berät jetzt am Bankschalter

Die Baselbieter Kantonalbank unterstützt Caritas beider Basel mit 160'000 Franken. Die Bank habe echtes Interesse gezeigt, dass die Hilfe bei den Bedürftigen ankomme, sagt der Geschäftsleiter des Hilfswerkes.

Michel Ecklin
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Caritas beider Basel betreibt unter anderem einen Lebensmittelladen für Bedürftige im Kleinbasel.

Caritas beider Basel betreibt unter anderem einen Lebensmittelladen für Bedürftige im Kleinbasel.

Bild: Roland Schmid

Bei Caritas beider Basel hat sich die Anzahl der telefonischen Kurzanfragen 2020 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Per Mail informierten sich 50 Prozent mehr, in die Beratung in Basel kamen etwa ein Viertel mehr Leute.

Corona hat Auswirkungen vor allem auf Menschen, die bereits vor der Pandemie nur knapp über die Runden kamen, wie Geschäftsleiter Domenico Sposato erklärt:

«Insbesondere Familien, die in der Kurzarbeit 80 Prozent des Lohnes erhalten, haben Schwierigkeiten. Ihre Ausgaben bleiben gleich, Reserven haben sie keine, und jetzt haben sie ein Problem.»

Caritas beider Basel hilft dann vor allem mit Überbrückungszahlungen, etwa wenn es dauert, bis Gelder der Sozialhilfe fliessen.

Da kann Caritas beider Basel die 160'000 Franken, die Mitarbeiter der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) bankintern gesammelt haben, gut gebrauchen – vor allem, weil es sich nicht um eine simple Geldspende handelt. In einer Medienmitteilung schreibt die Bank von einem «gemeinsamen Engagement für armutsbetroffene Menschen in der Region».

Projekt läuft mindestens ein Jahr lang

Caritas erhält laut Sposato oft Anfragen von Firmen, die genaue Vorstellungen haben, wie die Unterstützung aussehen soll, etwa alte Handys an Bedürftige abgeben. Doch meistens brauche es viel Arbeit, bis die Hilfe tatsächlich ankomme. «Dann springen sie oft wieder ab.» Doch in der BLKB habe er echtes Interesse gespürt, sich selber an der Problemlösung zu beteiligen.

«Die Qualität dieses gemeinsamen Projektes ist, dass wir uns aufeinander einlassen.»

So habe er gegenüber der Bank gesagt, diese habe doch sicher viele Räumlichkeiten. Deshalb bieten ab heute in den Niederlassungen der BLKB in Münchenstein und Lausen Berater von Caritas ihre Dienstleistungen an. Mit den 160'000 Franken kann das Hilfswerk eine Beraterstelle um 15 Prozent aufstocken.

Andererseits steht mehr Geld als Direkthilfen zur Verfügung. «160'000 Franken sind für uns eine Riesensumme», sagt Sposato. Damit könne man das Projekt mindestens ein Jahr laufen lassen.