Bald ist Schluss
Eine Institution tritt ab: Der Ormalinger Gemeindeverwalter geht in Pension

Felix Beyeler erzählt über seine 33-jährige Tätigkeit als Gemeindeverwalter von Ormalingen. Welche Pläne schmiedet er für die Zukunft?

Simon Tschopp Jetzt kommentieren
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Felix Beyeler: «Ich werde ab Mai gewisse Sachen vermissen.»

Felix Beyeler: «Ich werde ab Mai gewisse Sachen vermissen.»

Nicole Nars-Zimmer

Mechanische Schreibmaschine, Kopierer, Telefonapparat, aber noch ohne Faxgerät. So war Felix Beyelers Arbeitsplatz ausgestattet, als er 1989 als Gemeindeverwalter von Ormalingen begann. Es gab zwei Vollzeitstellen, das Büro befand sich in einer Baracke.

Kein Vergleich zu heute: Seit zwei Jahrzehnten ist die Verwaltung in grosszügigen Räumlichkeiten im Gemeindehaus untergebracht, sie verfügt über eine moderne Infrastruktur, der Personaletat beträgt nun 400 Stellenprozent.

Der Oberbaselbieter Ort ist inzwischen um fast 1000 auf gut 2300 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen. Ende Monat tritt der 64-jährige Beyeler, einer der dienstältesten Gemeindeverwalter im Baselbiet, vorzeitig in Pension – mit dem bekannten lachenden und weinenden Auge.

EDV-Einführung und Digitalisierung brachten grosse Veränderungen

Als grösste Umwälzungen während seiner Amtszeit sieht er «die Einführung der EDV sowie die Digitalisierung». Er sei solchen Prozessen stets positiv gegenübergestanden und habe versucht, dies umzusetzen. Derartige Aufgaben meisterte der Gemeindeverwalter mit Kursbesuchen und mit externer Unterstützung. Felix Beyeler erinnert sich:

«Früher war der Austausch mit der Bevölkerung intensiver, man kannte mehr oder weniger noch jede und jeden.»

Heute geschehe diesbezüglich vieles anonymer, unter anderem weil Dienstleitungen digitalisiert worden sind. Wie in jedem Dorf hat es auch in Ormalingen Vereinzelte, die mit der Arbeit der Verwaltung und des Gemeinderats nie zufrieden sind. Beyeler lacht: «Ich kenne diese Pappenheimer, aber das sind wirklich nur Ausnahmen.»

Als langjähriger Verwalter kennt er die meisten Dossiers besser als die zuständigen Gemeinderäte, die weit weniger lang ihre Tätigkeit ausüben. Er habe gut mit dieser Situation umgehen können; bei Geschäften einerseits sein Wissen einbringen und den Gemeinderat unterstützen, andrerseits die Behörde in ihren Entscheidungen nicht beeinflussen, erklärt Beyeler.

Dieser arbeitete mit insgesamt 17 Exekutivmitgliedern zusammen, von denen alle mindestens zwei Amtsperioden tätig waren. Er erlebte zudem eine Gemeindepräsidentin und drei -präsidenten. Eine beeindruckende Kontinuität. Seit seinem Antritt als Gemeindeverwalter von Ormalingen wohnt Felix Beyeler auch dort. Er betont:

«Man ist näher am Geschehen und kennt sich gut, was Vor- und Nachteile haben kann. Aber das gehört zum Job.»

Auch wenn er hin und wieder unpopuläre Entscheide ausführen musste, habe er von niemandem Abneigung gespürt. «Ich wurde immer gegrüsst.»

Auf vier oder zwei Rädern unterwegs

Beyelers Nachfolgerin ist seine bisherige Stellvertreterin, Corinne Heuberger. Der Wechsel wurde schon früh aufgegleist. Dadurch gestaltete sich die Einarbeitung wesentlich einfacher, weil dafür mehr Zeit zur Verfügung stand.

Der heute 64-Jährige hat eine klassische Karriere zum Gemeindeverwalter hingelegt. Er absolvierte auf der Hölsteiner Verwaltung eine kaufmännische Lehre. Danach zog er für ein paar Jahre nach Ormalingen weiter, ehe er während fast eines Jahrzehnts die Geschicke in Tecknau lenkte. 1989 verschlug es Felix Beyeler erneut nach Ormalingen.

«Ich werde ab Mai gewisse Sachen vermissen, vor allem den guten Teamgeist», glaubt er, blickt jedoch auch voraus: Selbstverständlich freue er sich auf den neuen Lebensabschnitt. Beyeler besitzt ein Wohnmobil und ist ein passionierter Camper. Bald wird er mit seiner Frau vermehrt in seinem Heim mit fahrbarem Untersatz auf Tour sein – mit Präferenz Skandinavien.

Fotografieren ist ein weiteres Hobby; das kann er mit dem Reisen bestens verbinden. Und dann fährt Felix Beyeler auch liebend gerne Töff. Wenn nicht auf vier, dann ist er auf zwei Rädern unterwegs.

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