Arlesheim/Dornach
Streit um La Colline: Goetheanum schaltet Gerichte ein

Die anthroposophische Organisation will einen superprovisorischen Baustopp für die Wohnüberbauung erwirken. Ihr gehört das Naturschutzgebiet, das sie durch die Bautätigkeit gefährdet sieht.

Michel Ecklin
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Das Goetheanum befindet sich in unmittelbarer Nähe des Baugeländes der Wohnüberbauung La Colline.

Das Goetheanum befindet sich in unmittelbarer Nähe des Baugeländes der Wohnüberbauung La Colline.

Kenneth Nars

Bisher hat sich das Goetheanum im Streit um die geplante Überbauung in Arlesheim zurückgehalten. Es ist zwar Eigentümer des Naturschutzgebietes, das Umweltschützer gefährdet sehen, weil unmittelbar darüber seit Herbst Bauarbeiten für die neue Wohnüberbauung La Colline stattfinden.

Bisher, schreibt das Goetheanum in einer Medienmitteilung am Mittwoch, hätten die Bauherrschaft und die Gemeinde Arlesheim zugesichert, dass für das Feuchtbiotop weder beim Bauen noch durch den fertigen Bau Schaden entstehen würden.

Kein Wasser mehr im Feuchtbiotop

Aber diese Zurückhaltung legt das Goetheanum jetzt ab. Aufgrund eines Wassermonitorings durch die eigene «naturwissenschaftliche Sektion» ist man zum Schluss gekommen, dass die Belastung des Wassers durch die Bauarbeiten teilweise die Grenzwerte überschreite.

Zudem sei die Quelle, die das geschützte Areal befeuchtet, fast versiegt - für das Goetheanum die Konsequenz der Bauträger, die für die Überbauung derzeit im Boden erstellt werden.

Das Goetheanum hat deshalb beim Richteramt Dorneck-Thierstein erfolgreich ein Verbot erwirkt, Fauna, Flora, Boden und Gewässer zu beeinträchtigen. Das betrifft aber nur Areale auf Dornacher Boden. Der grössere Teil des betroffenen Naturschutzgebietes befindet sich in Arlesheim, also im Baselbiet. Das Goetheanum hat beim Kantonsgericht Baselland West ein Gesuch um einen superprovisorischen Baustopp eingereicht.

Baubewilligung ist bereits da

Ein solches hatte die Stiftung Helvetia Nostra bereits Anfang Oktober vor Bundesgericht erreicht. Die Verfügung wurde im November allerdings wieder aufgehoben, worauf bald die Bagger auffuhren. Die Initiative Natur- und Kulturraum Dornach-Arlesheim hat seither mehrfach eine unrechtmässige Beeinträchtigung des Naturschutzgebietes kritisiert.

Die inhaltliche Abklärung der Klage von Helvetia Nostra muss das Bundesgericht aber erst noch vornehmen, die Hauptverhandlung steht noch bevor. Der Bauherr, der Generalunternehmer Steiner AG, ist bereits im Besitz einer gültigen Baubewilligung, die ihm der Kanton Baselland erteilt hat.