Abstimmung
Monica Gschwind rüstet sich gegen die «Starke Schule»

Baselland stimmt am 7. März über eine Initiative ab, die den Lehrplan der Volksschule stark einschränken will.

Jonas Hoskyn
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Bildungsdirektorin Monica Gschwind wehrt sich gegen die Initiative der Starken Schule beider Basel.

Bildungsdirektorin Monica Gschwind wehrt sich gegen die Initiative der Starken Schule beider Basel.

Kenneth Nars (Liestal, 27. August 2020)

Offiziell war es ein Update zum Stand der Arbeit am zweiten Lehrplanteil für die Baselbieter Volksschule. Inoffiziell startete Bildungsdirektorin Monica Gschwind am Freitag den Abstimmungskampf gegen die Initiative des Vereins «Starke Schule beider Basel», über die in Baselland am 7. März abgestimmt wird. Diese will die Anzahl der sogenannten Kompetenzen, die im Lehrplan definiert und entlang derer der Schulunterricht aufgebaut ist, von heute 3500 auf maximal 1000 beschränken.

Gschwind dagegen warb für ihr Vorgehen. Der Lehrplan, der seit Sommer 2015 auf Primarstufe und drei Jahre später auf Sekundarstufe I eingeführt wurde, sei mittlerweile praxiserprobt in allen Fächern für jede Klassenstufe und werde laufend weiterentwickelt. Dabei würden Lehrpersonen, Schulleitungen und das Amt für Volksschulen eingebunden. «Kritische Rückmeldungen aus der Praxis werden unverfälscht in die Diskussion eingebracht», so Gschwind.

So würden etwa in den Fächern Deutsch, Mathematik, Geschichte und Geografie die angestrebten Kompetenzen präzisiert und vereinfacht. «Die überarbeiteten Lehrpläne werden generell fokussierter und kompakter», schloss Gschwind. Für die Lehrpersonen sei es eine Win-win-Situation. Der zweite Lehrplanteil soll im Sommer 2022 in Kraft gesetzt werden.

Alternatives Lehrmittel für den Französischunterricht

Gestern teilte die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion auch mit, dass der Bildungsrat ab dem kommenden Schuljahr das Französischlehrmittel «ça roule» für den Unterricht von der 3. bis 6. Klasse der Primarschule zur Verfügung stellt. Damit gibt es nun für die Lehrer erstmals auch für die 3. und 4. Klasse eine Alternative zum umstrittenen Lehrmittel «Mille feuilles». Weitere Alternativen stehen aber noch nicht zur Verfügung. Auch hier macht die Starke Schule beider Basel schon seit längerem Druck und fordert gar ein Verbot der sogenannten Passepartout-Lehrmittel. (hys)