Gründungsversammlung

Zuversichtliche Initianten: Komitee will Windräder auf dem Chall verhindern

Standorte in dicht besiedelten Agglomerationen seien ungeeignet, da die Windräder Lärm verursachten und den Vogelflug sowie das Landschaftsbild beeinträchtigten. (Symbolbild)

Standorte in dicht besiedelten Agglomerationen seien ungeeignet, da die Windräder Lärm verursachten und den Vogelflug sowie das Landschaftsbild beeinträchtigten. (Symbolbild)

In Kleinlützel formierten sich die Windkraft-Gegner. Dank Umzonung soll der Bau auf dem Chall vereitelt werden.

Die Initianten gaben sich an der Gründungsversammlung des Aktionskomitees «Den Chall als Natur- und Naherholungsgebiet erhalten» vergangenen Freitagabend ebenso kämpferisch wie zuversichtlich. Rolf Meyer, seit kurzem in Kleinlützel wohnhaft, hatte sich für seine Ziele die Unterstützung des Vereins Wind-Still gesichert. Daher war auch Vorstandsmitglied Christoph Keigel mit von der Partie. Er verwies in Kleinlützel darauf hin, dass es bereits gelungen sei, Windräder auf dem Schleiffenberg oberhalb von Liestal zu verhindern. Auch in Muttenz sei man daran, entsprechende Vorhaben in gefährlicher Nähe zur Autobahn beim Hardwald zu bekämpfen. Der gleiche Kampf gelte nun den geplanten Windkraftwerken auf dem Chall.

Keigel stellte klar: «Wir sind nicht gegen Windkraft.» Allerdings seien Standorte in dicht besiedelten Agglomerationen ungeeignet, da die Windräder Lärm verursachten, den Vogelflug sowie das Landschaftsbild beeinträchtigten. Ausserdem: «Die Schweiz ist – mit Ausnahme der Chasseral-Region – kein Windland», im Gegensatz zu den Ländern mit Meeranstoss. Für den Bau der Anlagen müsse zudem wertvoller Waldboden geopfert werden. Auch würden durch den Anblick von Windrädern schützenswerte Ortsbilder gestört.

Motion fordert, Areal in Naturgebiet umzuzonen

Kleinlützel stehe in diesem Kampf gegen Windkraftwerke nicht allein. Auch in den umliegenden Gemeinden, etwa in Burg und Röschenz, sei man gegen Windräder auf dem Chall; auch das Kloster Mariastein habe sich zu diesem Projekt kritisch geäussert. Peter Hess, Präsident des Vereins Wind-Still, sicherte dem Aktionskomitee seine Unterstützung zu. Allerdings bleibe das Komitee unabhängig. Auch gehe es «nicht um Parteipolitik, sondern um die Sache». Für den Initianten Meyer soll der Bau der Anlagen verhindert werden, indem das fragliche Gebiet als Naherholungs- und Naturgebiet ausgeschieden wird. Dies will man mit einer Motion erreichen, über die dann die Gemeindeversammlung Kleinlützel zu befinden hat. Über den Vorstoss soll der Zonenplan der Gemeinde geändert werden. Wird die Motion angenommen, ist künftig der Bau von Windkrafträdern nicht mehr möglich.

«Wir beginnen heute mit der Unterschriftensammlung», sagte er. Spontan fanden sich auch gleich neun Personen aus dem Aktionskomitee, welche nicht nur die Unterschriften sammeln, sondern auch für das Anliegen werben wollen, damit eine allfällige Urnenabstimmung erfolgreich verläuft. «Es wird Widerstand von Seiten geben, von denen wir es nicht erwarten», schwor Meyer die Komiteemitglieder ein. Und es werde ein langer Kampf werden.

30 Fragen an den Gemeinderat

Dem Aktionskomitee stünden mit den IWB und den ihr nahe stehenden Kreisen «mächtige Gegner mit grossen Mitteln und Möglichkeiten» gegenüber. Deshalb betonte man an der Versammlung, dass es wichtig sei, die Motion breit abzustützen. Mit dem Vorstoss verbunden ist ein umfassender Katalog mit 30 Fragen an den Gemeinderat. Darauf wolle man von der Exekutive sowohl im Dorf als auch vom Kanton Solothurn Antworten.

Ein Sympathisant aus Aesch rief den Initianten ermunternd zu: «Was ihr hier tut, nützt der ganzen Region – von Kleinlützel bis Aesch.»

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