Wintersonnenwende

Sonnenaufgang ohne Sonne: Doch schön ist's auf dem «Bölchen» eigentlich immer

Schön hier auf der Belchenflue! Für die Magie gibt es ja noch die Fantasie.

Schön hier auf der Belchenflue! Für die Magie gibt es ja noch die Fantasie.

Zum Sonnenaufgang mit Baselland Tourismus auf der Belchenflue. Alles war perfekt, nur die Hauptakteurin fehlte.

Nun wird dem «Bölchen» ja allerhand Mystisches nachgesagt. Diesem Berg an der Grenze zum Solothurnischen, dessen Gipfel sich 1099 Meter über Meer in den Himmel reckt und der eigentlich Belchenflue heisst.

Die Kelten, heisst es, hätten ihn und seine gleichnamigen Artgenossen, den Badischen Belchen und den Elsässer Belchen, den Ballon d’Alsace, als Sonnenkalender genutzt. Es geht dabei um rechte Winkel, Tagundnachtgleichen und den keltischen Gott des Lichts Belenus, seines Zeichens Namensgeber der drei Berge.

40 auf dem Gipfel

Ob Tobias Eggimann nun an die sonnenkalendarischen Fähigkeiten der Kelten glaubt oder nicht, sei dahingestellt. Der Geschäftsführer von Baselland Tourismus glaubt auf jeden Fall an die Schönheit besagter Belchenflue. Und noch mehr an Sonnenaufgänge auf selbiger. Und weil gestern Wintersonnenwende war, lud er die Leser seiner Tourismuszeitung «Baselland entdecken» zum Sonnenaufgang auf den Gipfel. Rund 40 Gäste folgten der Einladung, um rechtzeitig vor Tagesanbruch bergwärts zu wandern.

Die Sonne schickte bereits ihr Morgenlicht übers Mittelland, als die Gruppe den Gipfel erreichte. Die Sicht auf die Alpen war frei, und hinter dem Mont-Blanc-Massiv strahlte die Morgenröte. Doch im Osten, dort, wo die Sonne über die Bergkette kröche, verhüllten Wolken die Szenerie. So standen sie da oben, 40 Frühaufsteher, gewärmt von Tee und der Aufsicht auf einen spektakulären Sonnenaufgang, der verborgen blieb.

Hell wurde es dann trotzdem, doch dieser magische Moment, in dem die Sonne über die Gipfel blinzelt, bedächtig, als biete ihr eine andere Kraft Paroli, der spielte sich nur in der Fantasie der Anwesenden ab. Etwa in jeder Barbara Saladins, der Autorin, die den Anlass mit Sagenumwobenem zu eingangs angedeuteter keltischer Vergangenheit umrahmte.

Also hangelte man sich hinunter und beglückwünschte sich dennoch, dabei gewesen zu sein, denn ob mit oder ohne Sonne – da war man sich einig – «Schön ist es hier oben einfach immer.» (lhu)

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