Flugshow

Oskar Biders Geist kreist im Super Puma über Langenbruck

Die höchstgelegene Baselbieter Gemeinde feierte ihren Flugpionier Oskar Bider mit einem zweitägigen Fest. Die Zuschauerzahlen bleiben dabei aber leicht unter den Erwartungen.

Wer fliegen will, muss hoch hinaus. Das hat sich auch Langenbruck gesagt – und zum 100-Jahres-Jubiläum von Oskar Biders erstem Alpenüberflug ernst gemacht: 40 Seiten umfasst allein das Sicherheitsdispositiv, das die Gemeinde für ihr Flugfest vom Wochenende ausgearbeitet hat.

Wer nun Langenbruck kennt und denkt, dass in der höchstgelegenen Baselbieter Gemeinde eine Start- respektive Landebahn der argen Geländeunebenheit zum Opfer fällt, der irrt ganz und gar nicht. Das einzige, was in Langenbruck nämlich während der beiden Festtage vom Boden abhob, waren Modellflieger und ein Super Puma der Schweizer Luftwaffe.

Der fünf Tonnen schwere Helikopter war am Samstag einer der Höhepunkte. Erst konnten ihn allesamt von innen begutachten, dann stieg die Maschine für eine knappe halbe Stunde den Himmel empor, um steil hinabzugleiten, drehte Pirouetten, flog rückwärts, wirbelte noch etwas Staub auf und entflog schliesslich im bald bedeckten, bald blauen Himmel.

6000 Besucher

Vielleicht hätte sich das Wetter von seiner etwas sonnigeren Seite zeigen können, vielleicht wären dann die Erwartungen der Veranstalter in Sachen Zuschaueransturm erfüllt worden. Nun gut, eine Enttäuschung, so Co-Organisator Christian Burkhardt, war es nicht, «aber wir sind doch etwas hinter den Erwartungen geblieben.» In Zahlen ausgedrückt: etwa 2000 Besucher am Samstag, etwa 4000 am Sonntag.

Bei möglichen Kapazitäten von je 5000. «Finanziell», ergänzt Burkhardt, «sollten wir aber über die Runden kommen.» Einen möglichen Grund sieht er eben im wechselhaften Wetter, einen anderen im Parkplatz-Regime, das eine Gebühr von 15 Franken vorsah.

Zu viel, mussten die Veranstalter eingestehen – und senkten den Betrag sonntags um ein Drittel. Aber es sei schon verwunderlich, meint Burkhardt, dass Waldenburger per Auto nach Langenbruck hinauffahren, wo doch eigens Busse das Bider-Fest mit der Welt verbanden.

Trotzdem sei das Fest ein voller Erfolg. Nicht zuletzt wegen der Vereine, die alle an einem Strick zogen: Über 20 Prozent der Dorfbevölkerung standen im Einsatz. «Allein dafür», sagt Burkhard, «hat sich das Fest gelohnt.»

Begeisternde Aviatik

Sein persönlicher Höhepunkt war die Vorführung der PC-7-Staffel, die in spektakulären Formationen über Langenbruck hinwegbrausten. Davor wurde der Himmel von Doppeldeckern und anderen historischen Flugzeugen ziemlich tieffliegend durchkreuzt, insgesamt über 40 an der Zahl. Der letzte Luftfahrtklassiker, der Langenbruck am Sonntag überflog, war die Super Constellation, die direkt von der Luftfahrtschau in Paris kam und als schönstes Propellerflugzeug gilt.

Sie alle sind der Grund, weshalb heute der eine oder andere Besucher über einen verrenkten Nacken klagen dürfte. Und es ist der Grund für die zahllosen Fotografen, die sich auf den Matten rund um das Dorf verteilt hatten; Aviatikbegeisterte, bewaffnet mit karierten Decken, Kühlboxen, Stativen und Rohren lang wie Arme.

Für die einzige Flugzeuglandung an diesem Wochenende in Langenbruck sorgte ein massstabsgetreues Modell von Biders Blériot XI – und zwar in jenem Gebiet, wo Bider die einzige dokumentierte Landung eines Flächenflugzeugs in Langenbruck geglückt war.

Verkleidete Schauspieler liessen das Jahr 1913 noch etwas mehr aufleben, derweil Ausstellungen, etwa von Flugzeugnachbauten oder der Aerophilatelisten, das Programm ergänzten und viel Publikum anzulocken vermochten.

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