Autofreie Strassen

Motorlose Familienfahrt im grossen Stil

Am slowUp-Tag genossen Schweizer, Deutsche und Franzosen gestern ihren Sonntagsspaziergang. 60 Kilometer Strasse wurden dazu vom motorisierten Verkehr befreit.

Drei Schlaufen konnten abgefahren werden. Mit dem Rad, auf Inline-Skates, mit dem Trottinett oder im Rollstuhl. Erlaubt war alles, was man mit eigener Muskelkraft antreiben kann. Eine Schlaufe führte um Basel herum. Auf den beiden anderen Schlaufen konnte man bis nach Augst oder Rheinfelden fahren.

Viele Verpflegungsmöglichkeiten

Auf der Strecke luden verschiedene Festplätze zur Verpflegung und zum Verweilen ein. Der Rankhof bildete das Zentrum. Verschiedenste Vereine und Sponsoren stellten sicher, dass niemand vor Hunger vom Fahrrad fällt. Da die Strecke weder Start noch Ziel hatte, konnte jeder einen ihm genehmen Streckenabschnitt fahren.

Nur an ganz wenigen Stellen wurde die Strecke von Strassen gekreuzt, die mit Autos oder anderen Motorfahrzeugen befahren wurden. Verkehrskadetten und Polizei sorgten an diesen heiklen Punkten für Ordnung, die Sportler genossen die kurze Pause. Das Wetter war himmlisch. Nur die wenigsten Autofahrer regten sich über die gesperrten Wege auf.

Auf der Strecke fuhren eingefleischte Hobbyradler zusammen mit Knirpsen, denen wahrscheinlich erst vor einer Woche die Stützräder abgeschraubt worden waren, Übergewichtige und Tandempärchen in der Ehekrise. Ältere Herren mit Stumpen in den Mundwinkeln überholten vierzigjährige Yogamütter. Das macht diesen Anlass aus.

Der slowUp erscheint wie ein riesiger Sonntagsausflug. Dass ein solcher Ausflug dank grenzüberschreitender, trinationaler Zusammenarbeit durch drei Länder führen kann, ist umso erfreulicher. Dass drei Nationalitäten auf der Strecke vertreten sind, gibt einem beinahe das Gefühl von Welt.

Strasse neu kennen lernen

Abgesehen vom Motto des Veranstalters, das Bewegung, Gesundheit und Kontakt in den Vordergrund rückt, sollte man auch der Idee der kurzweiligen Entmotorisierung Beachtung schenken. Am slowUp wurden immerhin einige viel befahrene Strassen gesperrt.

In Deutschland wurde diesen Sommer eine wichtige Autobahn im Ruhrgebiet gesperrt. Zehntausende von Menschen genossen dort ihren Sonntag zwischen den Leitplanken. Im Vordergrund steht bei derartigen Volksfesten die Möglichkeit, eine Strasse neu kennen zu lernen.

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