Es ist eine ungewöhnliche Stellenannonce, welche die Gemeinde Meltingen kürzlich aufgegeben hat. Die Weid- und Allmendkommission des Dorfes sucht derzeit einen Wirt und einen Hirt. Am liebsten wäre es den Verantwortlichen, wenn es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt.

Seit Silvester steht das Bergrestaurant Meltingerberg oberhalb von Meltingen ohne Pächter da. Die Thiersteiner Familie Huber hat sich nach vier Jahren aus dem vor allem bei Wanderern beliebten Lokal zurückgezogen. Während Mutter Heidi die Gaststätte betrieb, kümmerte sich Sohn Christoph um den angegliederten Sömmerungsbetrieb. Von Mai bis September grasen auf den satten Wiesen rund 100 Rinder von Bauern aus Meltingen und den Nachbardörfern.

Weniger Kandidaten als zuletzt

Damit das Restaurant bald wieder öffnen kann, führt die Meltinger Kommission derzeit Gespräche mit Bewerbern. «Wir würden es begrüssen, wenn die neuen Wirte auch die Verantwortung für den Sömmerungsbetrieb übernehmen würden», erklärt Gemeindepräsident Erich Fidler (SVP), der Meltingen seit letztem Juli vorsteht. Ihm und seinen Gemeinderatskollegen liege viel daran, dass das Restaurant Meltingerberg nur für kurze Zeit geschlossen bleibt. «Es liegt in einem wichtigen Naherholungsgebiet», sagt er. Zudem sei es das letzte verbliebene Restaurant in der Gemeinde mit regelmässigen Öffnungszeiten. In den letzten Jahren war es jeweils an fünf Tagen die Woche geöffnet und setzte auf gutbürgerliche Küche.

Gemeindepräsident Fidler rechnet damit, dass man bis Ende Januar fündig geworden ist. «Unter den Bewerbern gibt es nur wenige, die in Personalunion das Restaurant und den Sömmerungsbetrieb betreuen würden», bedauert er. Während bei der letzten Ausschreibung rund 20 Kandidaten zur Verfügung standen, sind es dieses Mal nur etwa zehn.

Wenn die neuen Betreiber das Restaurant Meltingerberg übernehmen, werden sie ein frisch saniertes Lokal antreffen. Die Gemeindeversammlung hat vor einigen Wochen einen Kredit von 120 000 Franken für die Bergbeiz gesprochen.