Kurzbesuch

George Clooney war im Baselbiet – und niemand hat's gemerkt

Die NZZ machte den Besuch von Nick Hayek (l.) und George Clooney (r.) in Itingen Wochen später publik. mn/NZZ am Sonntag

Die NZZ machte den Besuch von Nick Hayek (l.) und George Clooney (r.) in Itingen Wochen später publik. mn/NZZ am Sonntag

US-Filmstar George Clooney besuchte zusammen mit Swatch-Gründer Nick Hayek die Batterieherstellerin Renata AG in Itingen. Doch im Dorf bekam das kaum jemand mit, da Renata-Besitzerin Swatch es geheim hielt. Stolz sind die Itinger trotzdem.

«George wer? Clooney? Sagt mir nichts.» Walter Enders sitzt am Dienstagmittag im Rössli in Itingen. Sein Gegenüber Kurt Rytz kann es kaum glauben. Ein Foto muss her: «Ah ja klar, DER.» Tatsächlich gibt es beim Rundgang der bz kaum jemanden, dessen Augen beim Namen des amerikanischen Schauspielers nicht aufleuchten. Und alle fragen verwundert: «Clooney war hier bei uns? In Ütige?»

Ja, am 17. August besuchte der Hollywood-Star die Baselbieter 2000-Seelen-Gemeinde. Dies, weil er die Renata Batteries AG besichtigte. Clooney sitzt im Verwaltungsrat der Bieler Forschungsfirma Belenos AG, für die Renata demnächst neuartige Elektroauto-Batterien herstellen soll. Beide Firmen gehören der Swatch Group von Nick Hayek, der auch in Itingen dabei war. Doch mitbekommen hat das ausserhalb der Renata niemand. Auch Gemeindepräsident Martin Mundwiler wurde nicht informiert, wie er bestätigt. Erst ein Bericht der «NZZ am Sonntag» von vergangenem Wochenende machte den prominenten Besuch publik. Hayek liess sich dort zitieren: «George Clooney ist nicht nur Verwaltungsrat, er motiviert durch seine Präsenz unsere Mitarbeiter und gibt viele kreative Inputs.» Auch ein Bild des Besuchs stellte die Swatch Group der «NZZ» zur Verfügung.

Der bz hingegen enthält Swatch das Bild vor und auch sonst gibt es keinerlei Informationen zum Ablauf des Besuchs. Auch Rössli-Wirtin Nicole Di Venere erfuhr erst im Nachhinein von der Stippvisite. Renata-Mitarbeiter hätten aber erzählt, dass Clooney direkt zur Firma chauffiert worden sei und – beschützt von Bodyguards – kurz für Fotos posiert habe. «Das ist schon eine Ehre für Itingen, er ist schliesslich einer der berühmtesten Stars überhaupt», sagt Di Venere. Vor zwei Jahren sei ein Besuch noch kurzfristig geplatzt.

Auch Jasmin Buser und Christine Schmied-Storti, die auf der Terrasse des Rössli sitzen, geraten ins Schwärmen: «Clooney hat so eine schöne Frau.» Auch loben sie sein soziales und unternehmerisches Engagement. Das ist es auch, was Walter Enders und Kurt Rytz hervorheben: «Das gibt einen positiven Impuls für die Wirtschaftsregion», sagt Architekt Enders. Und Ingenieur Rytz ergänzt: «Da hat Swatch also etwas im Hinterkopf für die Zukunft der Renata, wenn sie Clooney den Standort präsentiert. Das gibt Sicherheit.» Gemeindepräsident Mundwiler freut sich ebenfalls über den überraschenden Besuch, auch wenn er für das Dorf keinen grossen WerbeEffekt erwartet. Bloss etwas stört ihn: Dass die «NZZ» Itingen als «beschauliche Baselbieter Bauerngemeinde» bezeichnete. «Wir haben doch kaum noch Bauernhöfe hier.»

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