TNW / A-Welle

Eine mögliche Überbrückung: Mit einem Abo aus dem Mittelland ins Baselbiet?

Mehrere Politiker fordern: Das Läufelfingerli soll attraktiver werden. (Archivbild)

Mehrere Politiker fordern: Das Läufelfingerli soll attraktiver werden. (Archivbild)

SP-Landrat Jan Kirchmayr möchte eine stärkere Überlappung der beiden Tarifverbünde TNW und A-Welle.

Die geforderte Ausweitung des U-Abos nach Olten ist ein heiss diskutiertes Thema. Beim Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) ist man gegenüber dem Anliegen kritisch eingestellt. In einem Interview in dieser Zeitung nannte TNW-Geschäftsführer Adrian Brodbeck erstmals Zahlen. Eine Erweiterung würde einen Preisaufschlag von rund zehn Prozent pro Abo nach sich ziehen.

Das beliebte U-Abo soll auf der Läufelfingerli-Strecke bis nach Olten gelten. Die Regierung muss ein entsprechendes Postulat von SVP-Landrätin Susanne Strub noch einmal prüfen. Aus der gegenüberliegenden politischen Ecke kommt nun ein neuer Vorschlag für einen grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr. In einer Interpellation fordert SP-Landrat Jan Kirchmayr einen Ausbau des Überlappungsbereiches der beiden Tarifverbünde TNW und A-Welle im Oberbaselbiet. Die A-Welle ist ein Tarifverbund, der grosse Teile der Kantone Aargau und Solothurn umfasst. Kirchmayr wird seine Interpellation in der Landratssitzung am kommenden Donnerstag einreichen.

Im oberen Fricktal gibt es eine Verbundüberlappung

Grundlage der Überlegungen des Sozialdemokraten ist eine bereits existierende Kooperation im oberen Fricktal. Auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2017 führten der TNW und die A-Welle dort eine Verbundüberlappung ein. Zu den bisherigen 36 A-Welle-Zonen kamen damals 11 TNW-Zonen im oberen Fricktal hinzu.

«Dies ist eine Vereinfachung für die Fahrgäste, die heute zwischen TNW und A-Welle unterwegs sind, da diese bis anhin teilweise über drei verschiedene Tickets verfügen mussten, um sich im oberen Fricktal mit dem öffentlichen Verkehr fortzubewegen», schreibt Jan Kirchmayr in seiner Interpellation. Die Bevölkerung im oberen Fricktal sei sowohl nach Basel als auch nach Aarau und Brugg orientiert. Für den Aescher ist klar, dass diese Überlappung neben einer Vereinfachung des Ticketings auch einem Bedürfnis der Kunden entspreche.

Jan Kirchmayr bringt in seiner Interpellation die Schaffung einer neuen Verbundüberlappung im Oberbaselbiet ins Spiel. Die Menschen im Homburgertal seien nicht nur Richtung Basel und Sissach orientiert, sondern pendelten oft nach Olten und manchmal sogar noch weiter ins Mittelland. «Für die dort wohnhafte Bevölkerung würde sich mit einer Verbundüberlappung das Tarifsystem massiv vereinfachen, was eine Attraktivitätssteigerung wäre.» Der Interpellant will vom Regierungsrat wissen, ob sich dieser vorstellen könne, einen Überlappungsbereich von Sissach bis nach Olten zu ermöglichen. Er fragt auch, ob der Einbezug des Waldenburgertals in einen allfälligen Überlappungsbereich möglich wäre.

«Für die Fahrgäste würde es nicht günstiger»

Sowohl die Verantwortlichen beim TNW als auch bei der A-Welle sehen keine Notwendigkeit für eine solche Überlappung. Im oberen Fricktal sei die Verbundüberlappung einst eingeführt worden, da einige der dortigen Haltestellen nicht in den Direkten Verkehr Schweiz (DV) aufgenommen waren – den nationalen Tarifverbund des Landes, erklärt TNW-Geschäftsführer Adrian Brodbeck auf Anfrage. Im Gegensatz dazu seien in den nun betroffenen Gebieten die Fahrten über Verbundgrenzen mit einem DV-Einzelbillett oder mit einem Streckenabo möglich. Gegen eine Überlappung spreche auch die fehlende Wirtschaftlichkeit für die Kundinnen und Kunden. Er stellt klar: «Für die Fahrgäste würde es durch eine Überlappung nicht günstiger.»

Ähnlich klingt es bei A-Welle-Geschäftsführer Martín Osuna. Grundsätzlich seien Überlappungen heikel, da solche dann auch andernorts gefordert würden. Osuna weist auf die Möglichkeit hin, ein Modul-Abo zu lösen. U-Abo-Besitzer können ihr Abo durch ein Zonen-Abo der A-Welle ergänzen – etwa für die Fahrt von Läufelfingen nach Olten.

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