Breitenbach

Als erster Event der Gemeinde loderte ein wildes Feuer gegen den Coronablues

Das Hirzefüür in Breitenbach entpuppte sich als geselliger Anlass.

Das Hirzefüür in Breitenbach entpuppte sich als geselliger Anlass.

Trotz Hygienemassnahmen liessen sich die Besucherinnen und Besucher des Hirzefüürs in Breitenbach die Stimmung nicht verderben.

Als Ortsunkundiger ist es gar nicht so einfach, in Breitenbach den Buchshübel zu finden. Auf die Frage, wo denn das Hirze­füür stattfinde, weisen zwei freundliche Männer beim Gebiet Grien an der Laufenstrasse, auf einen Feldweg. «Da geht’s lang», sagen sie und ergänzen: «Das Feuer sieht man aber auch von hier!»

Am frühen Abend brennt allerdings noch nichts. Kurz nach der Öffnung des Geländes sind erst wenige Leute da. Das kommt dem Hirzefüür-Verein, der den Anlass auf die Beine gestellt hat, vielleicht gar nicht so ungelegen. Denn wegen Corona müssen alle Besucher ihre Identitätskarte zeigen und die Wohnadresse angeben, was stets einen kleinen Stau zur Folge hat, denn die meisten kommen in Gruppen.

«Der Aufwand ist grösser als gewohnt», gibt Joel Fringeli zu. Das Coronakonzept mit Einlasskontrolle, Trennung des Festgeländes in zwei Zonen und Bereitstellung von Schutzmasken war nach diversen Abklärungen mit den Behörden bewilligt worden, erklärt der Vizepräsident des Vereins, welcher erst Ende Juni die Durchführung der Veranstaltung – es ist der erste Event in Breitenbach seit dem Ausbruch der Coronakrise – beschlossen hatte.

Bei einigen Jugendlichen ist das Feuer eher Nebensache

Die Organisatoren mussten wegen der unsicheren Lage vor allem flexibel sein. «Das war schon ungewohnt», gesteht Fringeli und fügt hinzu, dass auch noch andere Dinge anders sind als sonst: «Weil wir Sommer haben, brauchen wir einerseits mehr Kühlmöglichkeiten. Anderseits konnten wir aus diesem Grund aufs grosse Festzelt verzichten.» Dass die Gäste aus Angst vor Corona ausbleiben könnten, befürchtet er nicht. «Die Leute sind es mittlerweile gewohnt, mit der Situation umzugehen.» Eigentlich hätte das Hirzefüür bereits in der Walpurgisnacht am 30. April stattfinden sollen, was jedoch durch Corona verunmöglicht worden war.

Langsam beginnt sich das Gelände zu füllen. Es kommen Familien mit Kindern, Cliquen von Teenagern und jungen Erwachsenen sowie Paare in jedem Alter. François und Rösli Corpataux sind gekommen, weil ihre Kinder zum Hirzefüür-Verein gehören und mitgeholfen haben. «Wenn die Jungen etwas machen, muss man es auch unterstützen», finden sie. Auf die Frage nach der Angst vor Corona antwortet François Corpataux: «Angst haben wir nicht, aber Respekt. Doch wir vertrauen dem Schutzkonzept.»

Diese Ansicht teilen wohl die meisten Besucherinnen und Besucher. Obwohl man sich offensichtlich kennt, bleiben Handschläge oder Berührungen zur Begrüssung aus. «Bei der Arbeit sind wir der Gefahr viel stärker ausgesetzt als hier», sagt Sarah, die mit ihren Freundinnen Jana, Tanja, Laura und Julie an die «Summer Edition» des Hirze­füürs gekommen ist. Den Samstagabend verbringen sie gemeinsam auf dem Buchshübel, weil sie gerne Feste in ihrer Region besuchen. «Ausserdem ist in Basel momentan auch nicht mehr los», bemerkt Julie süffisant. Es gehe darum, Freunde zu treffen und eine gute Zeit zu haben. Das Feuer sei Nebensache.

Bei der jüngeren Generation sieht dies anders aus. Immer wieder schauen Kinder sehnsuchtsvoll zum riesigen Holzhaufen. Bei Einbruch der Dunkelheit wird dieser dann endlich entzündet. Die Besucherinnen und Besucher geniessen das Feuer im Hochsommer bis spät in die Nacht.

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