«WieseVital»
Optimaler Lebensraum für den Lachs: Die Wiese innerhalb der Langen Erlen wird «lebendiger und naturnaher»

Zwischen dem Tierpark Lange Erlen und der deutschen Grenze soll sich der Basler Fluss innerhalb seiner Dämme frei bewegen können. Der Kanton rechnet mit Kosten von rund 45 Millionen Franken. Die Bauarbeiten starten frühestens 2025.

Aimee Baumgartner
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So könnte das Flussbett der Wiese künftig aussehen.

So könnte das Flussbett der Wiese künftig aussehen.

Visualisierung: zvg

Um Land zu gewinnen und zum Schutz vor Hochwasser, wurde die Wiese in Basel vor über 100 Jahren begradigt. Seither verläuft sie vom Tierpark Lange Erlen bis zur deutschen Grenze zwischen zwei Dämmen in einem künstlichen Flussbett, gesäumt von Uferwiesen.

Mit dem Projekt «WieseVital» plant der Kanton Basel-Stadt die Revitalisierung des Flusses. Dieses Projekt geht auf eine erfolgreich angenommene Initiative aus dem Jahr 2006 zurück. Der Wiesen-Abschnitt zwischen Rhein und Lange Erlen wurde in einem ersten Schritt bereits erneuert.

Die Bauarbeiten sollen frühestens 2025 starten, wie der Kanton am Montag mitteilt. Das Vorprojekt werde unter der Führung des Bau- und Verkehrsdepartements nun gemeinsam mit allen involvierten Partnern fertiggestellt. Dazu zählen die IWB, die Wasserversorgung des südlichen Markgräflerlands, die Gemeinden Riehen, Lörrach und Weil am Rhein sowie die Naturschutzverbände.

Neue Laichplätze für Fische

Mit der Revitalisierung soll die Wiese innerhalb der Langen Erlen nach Angaben des Kantons lebendiger und naturnaher werden. Anstelle des monotonen Flussbetts soll neuer Lebensraum für Tiere wie Fische, Amphibien und Reptilien sowie Pflanzen geschaffen werden. Mit der Neugestaltung können gefährdete Fischarten wie Lachs, Barbe, Äsche und Nase wieder vermehrt Orte zum Laichen finden.

Die Fischschonzeit ist zusammen mit dem Grundsatz, dass der Landschaftspark während der Bauarbeiten weitgehend nutzbar bleiben soll, Grund, wieso das Projekt «WieseVital» in mehreren Etappen erfolgt. Für die Bauzeit sind rund zehn Jahre vorgesehen.

Zwischen Lange Erlen und Deutschland verläuft die Wiese derzeit recht eintönig. Das soll sich in den kommenden zehn Jahren ändern.

Zwischen Lange Erlen und Deutschland verläuft die Wiese derzeit recht eintönig. Das soll sich in den kommenden zehn Jahren ändern.

Archivbild: Kenneth Nars

Als weiteren Grund für die Revitalisierung der Wiese nennt der Kanton den Schutz vor Hochwasser. Die Uferwiesen und die Schwellen innerhalb der Dämme werden entfernt, damit sich der Fluss in diesem Raum frei bewegen kann. Die Trampelpfade werden ohne die Uferwiesen nicht mehr verfügbar sein. Dies ermögliche eine «lebendige» Flusslandschaft mit Inseln und Buchten und erhöhe die Kapazität des Flussbetts, schreibt der Kanton weiter.

Positiver Einfluss auf die Trinkwassergewinnung

Des Weiteren wird die Durchlässigkeit des Flussbetts reduziert, um das in den Langen Erlen gewonnene Trinkwasser vor Verunreinigungen vor allem bei Hochwasser besser zu schützen. Die Uferwiesen und die Schwellen innerhalb der Dämme werden entfernt, damit sich der Fluss in diesem Raum frei bewegen kann.

Dass die Trampelpfade nicht mehr verfügbar sein werden, ermöglicht eine lebendige Flusslandschaft mit Inseln und Buchten und erhöht die Kapazität des Flussbetts. Zurzeit klärt das Tiefbauamt zudem ab, ob die Dämme an einzelnen Stellen geöffnet werden können. Die Lebensräume des Landschaftsparks würden so stärker miteinander verbunden und Tiere könnten besser an die Wiese gelangen.

Die mögliche Sitzanlage am Wasser.

Die mögliche Sitzanlage am Wasser.

Visualisierung: zvg

Die Kosten werden auf Basis des aktuellen Vorprojekts auf rund 45 Millionen Franken (+/-20 Prozent) geschätzt. Dazu kommen «optionale Varianten» mit Kosten von etwa 15 Millionen Franken (+/-20 Prozent). Welche Varianten umgesetzt werden können, werde nun konkretisiert. Der Bund beteiligt sich voraussichtlich wesentlich an den Kosten. Damit die Revitalisierung umgesetzt werden kann, müssen die notwendigen Ausgaben vom Regierungsrat sowie anschliessend vom Grossen Rat beschlossen werden.

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